Heft 
54 (2019) 3
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Schaufenster

54. Jahrgang

Offene Reihe

Notizbuch- Aufzeichnungs-praktiken am Papier und darüberhinaus

Die Geschichte vom Notizbuch und seinerWissenschaft ist noch nicht geschrie-ben. Mit dem Notizbuch allerdings wurdeGeschichte geschrieben und Wissenschaftgemacht. Was aber ist ein Notizbuch? Einselbstgebasteltes Hefterl? Eine Serviette,auf der spät nachts bei Wein und Bier etwasskizziert wird? Eine Zettelsammlung? EinMoleskine- Büchlein? Die App Evernote?Oder doch Simplenote? Oder etwa einZettelkasten oder ein Mäppchen mit dickemGummi?

Aufzeichnungen, temporär gedacht wieein Einkaufszettel oder auf Dauer angelegtwie ein Zettelkasten, spielen bei vielen Pro-zessen eine wesentliche Rolle. Im Gegensatzzum Tagebuch sind die Notate, die uns indieser Veranstaltungsreihe interessieren,prospektiv, sie sind weniger eine Reflexiondes schon Geschehenen, als ein Entwurfdes noch zu Geschehenden.

Uns interessiert aber auch, wie sich diesekleinen Formen des Aufzeichnens gestalten.Welche Rolle spielen sie in Gestaltungs-,Forschungs- und anderen Entwurfs- undProduktionsprozessen? Ist ein Vorzug desNotierens auf Zetteln gegenüber dem Notiz-buch nur eine Vorliebe oder schon eineandere Arbeitsmethode? Wie unterscheidensich die Skizzen einer Architektin von denNotaten einer Komponistin? Ist der Blockdes Kriminalisten besser oder das Notizbuchmit dem goldglänzenden Einband?

In einer offenen Reihe- kuratiert vonSylvia Necker und Herbert Justnik-, dieim Juli 2019 im Volkskundemuseum Wienbeginnt und vorerst nicht endet, wollen wirall diese Fragen und noch viel mehr dis-kutieren, genau hinschauen, Notizformenanalysieren und mit ihren ProduzentInnenins Gespräch treten.

Herbert Justnik, Kurator und Kulturwissen-schaftler, Volkskundemuseum WienSylvia Necker, Historikerin, ab 1. AugustDirektorin des LWL- Preußenmuseum Minden

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Das Notizbuch als Diskussionsgegenstand Sylvia Necker

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