4/2017
und Wertgegenstände. Sie wurde abergenauso als Sitzmöglichkeit und Bett ver-wendet.
Viele Möbeltypen, die erst in derNeuzeit selbstverständlich wurden, hates früher nicht gegeben. Es gab fast keineSessel, nur wenige Tische, eingebauteBetten- und auch die nur für das Ehepaar,wogegen die ledigen Leute auf den Bänkenoder im Heu schliefen und die Rossknechteim Rossstall.
Die Funktion der Truhe hat sich nichtstark verändert. Es ist offensichtlich, dasssie für verschiedene Dinge benutzt wurde,als Bett, Stuhl, Kleiderschrank und soweiter. Sie war sowohl ein Wirtschafts-als auch ein Verwahrmöbel, in dem manKorn Mehl oder Dörrobst behalten konntesowie Kleidung und Aussteuer, gelegentlichauch Haushaltsgeräte oder Werkzeug.
Der Name Truhe geht auf ein Wortindo- europäischen Ursprungs zurückdas ursprünglich ein aus einem einzigenBaum gefertigtes Möbelstück bezeichnete,die sogenannte Einbaumtruhe.
Diese Truhe aus dem Volkskundemuse-um ist in drei Felder unterteilt. Sie werdenvon einem Ornamentband begrenzt.Die zwei Felder an den Seiten zeigengleichartige Muster, in der Mitte stehtdie Jahreszahl 1580. Im zentralen Feldist ein Steinbock zu sehen. Der Steinbockist das Wappen für Graubünden in derSchweiz. Er ist auf der Truhe abgebildet,weswegen man sicher sein kann, dass dieseTruhe in Zusammenhang mit Graubündensteht.
Die Stollentruhen gehören zu denfrühen Formen der Behältermöbel.Namentlich die Seitstollentruhen, die alsGrundkonstruktion zwei stehende Seiten-häupter haben, an denen die Längswändemit dem Scharnierdeckel und der ein-
Lieblingsobjekt
gefügte Boden zumeist mit Holznägelnbefestigt sind. Sie waren als schmuckloseFuttertruhen allgemein verbreitet undwurden über lange Zeiträume hinwegbis in die Gegenwart im Stall verwendet.Je nach Region und Zeitepoche ent-wickelten sich die Formen und Bestand-teile der Truhe in unterschiedlicher Weise.Ab dem 13. Jahrhundert beginnt mandie Truhen mit Ornamenten zu versehen,welche im Laufe der Zeit immer raffinierterwurden.
Solche Seitstollentruhen waren zuBeginn der Neuzeit die bevorzugtenAusstattungsstücke adeliger, bürgerlicherund bäuerlicher Wohnräume. Die Münster-taler Truhe, auf die die Jahreszahl 1580eingeschnitzt ist, gehört in die Gruppejener gleichgearteter Stücke, die in auf-fälliger Häufung in Graubünden zu findensind.
Hany Ibrahim ist Pharmazeutisch- KaufmännischerAssistent und arbeitet als solcher jetzt auch in Wien.
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