Heft 
52 (2017) 4
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Lieblingsobjekt

Brücke leiten sollte. Im Vordergrund sindfranzösische Soldaten zu sehen, die nichtmehr über die Brücke gehen können. Ganzunten auf der Ehrenscheibe sind einigeInformationen über die Truppen undLieder angeführt sowie das Datum desEreignisses, 1826. Man kann deutlich sehen,dass die Schützenscheibe mit vielenSchüssen versehen wurde.

Die ersten Schützenscheiben wurden1429 in Nürnberg und 1430 in Augsburghergestellt. Um 1400 wurden die Scheibenaußen weiß und innen schwarz bemalt,weil das Schwarze als Zielpunkt für dasAuge diente. Preise gab es nur für Trefferins Schwarze( Egg 1977, 16). Auf die Scheibenwurde aus ca. 100 m Entfernung geschos-sen, stehend und freihändig, wobei dieScheiben auf Pfählen standen. Bei Ehren-scheiben hatte jeder Schütze nur einenSchuss.

Die Themen der bemalten Scheibensind sehr vielfältig. Es gibt Darstellungenvon Tieren, geschichtlichen Ereignissen,wie den Besuch von hochrangigen Perso-nen, Naturkatastrophen, Feuer und Wasser,kriegerischen Ereignissen oder die Schlach-ten gegen Napoleon. Dieses Thema isthäufig auf den Scheiben vertreten. Durchdas Malen von Orten, in denen die Schlachtstattfand, kann man heute erkennen, wiees in diesen Orten ausgesehen hat. Darumsind die Scheiben wichtige Zeugnisse fürdie Geschichte( Förg 1976, 11).

1534 erlaubte König Ferdinand I. imTiroler Grundgesetz, dass jede Person eineWaffe zur Selbstverteidigung besitzen darf.

Dieses Gesetz der Waffenfreiheit warnur in Tirol für alle Leute gültig und nichtin anderen Ländern Mitteleuropas- dortdurften nur Adelige und Bürgerliche Waffenbesitzen. Das Schießen war als Sport sehrbeliebt und war am Anfang eine Freizeit-

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beschäftigung am Sonntag. Es gab ver-schiedene Anlässe um zu schießen- sowurden zum Beispiel von reichen LeutenWettschießen gestiftet- die Person, die ambesten schoss, bekam dann den Hauptpreis( Egg 1977, 13). Früher schossen die Schüt-zen auch mit der Armbrust, mit der Zeitentwickelten sich Feuerwaffen, mit denengeschossen wurde.

Die Schützen hatten in Tirol auch einemilitärische Bedeutung. Dies hängt damitzusammen, dass Kaiser Maximilian 1511festgelegt hatte, dass alle Tiroler, die imKriegsfall wehrpflichtig sind, das Land ver-teidigen müssen. Das Schießen war zuerstein Sport, dann führte es dazu, dass inTirol die Schützen das Land verteidigten.Nach dem ersten Weltkrieg 1914-1918wurde das Schießen wieder zu einemreinen Sport.

Literatur:

Egg, Erich( Hg.), Schützen Scheiben Schätze, AusstellungTiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 1977Förg, Alfred( Hg.), Schiess- Scheiben, Volkskunst in Jahr-hunderten, Rosenheim 1976.

Wadee Ghattass ist aus Syrien und lebt seit drei Jahrenin Österreich. In Syrien absolvierte er eine Ausbildungzum Coach für kulturelle Kooperation und Integrati-on, eine Ausbildung zum Zahntechniker und studierteBetriebswirtschaft. In Österreich ist er Mitglied imTabādul- Team des CEURABICS- Vereins, Betreiber derfacebook- Seite Austria News in Arabic" und Mitgliedim Jion Media Team in Wien. Aktuell arbeitet er beimWiener Hilfswerk als Stadtteilmitarbeiter/-berater im7. Bezirk.

Die Münstertaler Seitstollentruhe, 1580

Das wichtigste Möbelstück zur Aufbe-wahrung von Sachen im Mittelalter wardie Truhe. Dabei ist eine Truhe grundsätz-lich ein Kasten aus Holz mit einem Deckel.In ihr wurden alle Arten von Gegenständengelagert: Geschirr, Nahrungsmittel, Wäsche