Interview
57. Jahrgang
,, Clubkultur und Feiernhaben immer auch einepolitische Komponente"
Das Queer Museum Vienna im Gesprächüber das Experiment, ein halbes Jahrein Museum im Museum zu erproben,queeren Aktivismus und den erstenschwulen Kuss im deutschen Fernsehen.
Seit Jänner 2022 nutzt Ihr drei Räumeim Volkskundemuseum und bespielt siejeden Monat mit einer neuen Ausstellungund zahlreichen Veranstaltungen. Wannist die Idee zu einem Queer Museum inWien geboren worden?
Florian Aschka( QMV): Die ersten Vorideenfür ein queeres Museum in Wien hatten wirschon im November 2019. Getroffen undbesprochen haben wir das Ganze dann abJänner 2020.
Unter wem ist diese Idee entstanden?Thomas Trabitsch( QMV): Florian hat diemeisten von uns angesprochen. Er arbei-tet seit vielen Jahren mit Larissa Koppzusammen, die Initiative kam dann vonbeiden. Zu viert, gemeinsam mit BerivanSayici und mir, haben wir schließlich denVerein gegründet. Von da an ging es los:Mitglieder werben, T- Shirts bedrucken,Kontakte knüpfen, Öffentlichkeitsarbeit.Wir haben versucht, schon am Anfang sozu tun, als wäre das QMV eine fertige,bestehende Institution. Zugleich haben wirüberlegt, was das Museum als solches wer-den und bedeuten kann. Auf der anderenSeite sind wir eine ehrenamtliche Initiative,die mit sehr geringen Ressourcen arbeitet.
Was können wir uns unter„ Verein"und ,, Mitglieder vorstellen?Thomas: Im Verein haben wir tatsächlichdreißig fördernde Mitglieder, die durcheinen Jahresbeitrag die Mitgliedschaft
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Vier in einer Reihe( v.I.):
Herbert Justnik, Romualdo Ramos,
Florian Aschka, Thomas Trabitsch.
Foto: Johanna Amlinger