58 2/2023
AUSSTELLUNGEN
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Queer Museum Vienna@ VKMWetMeWild- Justyna Górowska
Bis So, 14.5.2023
Das diesjährige Programm des QueerMuseum Vienna im VolkskundemuseumWien startet mit einer Ausstellung überÖko- Sexualität und Wasser. Es geht um dieBedeutung von unverschmutzten Gewässernals Grundlage allen Lebens auf diesem Pla-neten und das Nachdenken über natürlicheRessourcen wie Wasser als Rechtssubjekte,die es verdienen, unversehrt zu bleiben. Imweiteren Sinne thematisieren wir Nachhal-tigkeit und ihre Verbindung zum queerenWiderstand gegen den globalen Kapitalismusund die damit einhergehende Ausbeutungund Zerstörung der Umwelt. Zu diesemAnlass werden wir mit WetMe Wild zusam-menarbeiten.
Wet Me Wild ist die künstlerische Verkör-perung einer slawischen Wassernymphe, dieaus der Region Kleinpolen im ehemaligenGalizien stammt. In ihrer Arbeit entwi-ckelt sie eine hydrosexuelle Bewegung* imBereich der ökologisch engagierten digitalenKunst. Für ihre Wasserthemen greift sie aufdie slawische Mythologie zurück und setztmoderne Technologien ein.
Die Ausstellung und die begleitendekollaborative Performance auf Einladungdes Queer Museums am Sitz des Volkskun-demuseum Wien finden zu einem für dieJahreszyklen besonders bedeutsamen Zeit-punkt statt. Die März- Tagundnachtgleicheist eine Zeit der wiedergeborenen Naturund der Rituale, die Fruchtbarkeit verheißensollen( wie das gegenseitige Beschmierenmit blühenden Gewürzen und das gegen-seitige Übergießen mit Wasser währendder westslawischen Dyngus- Feierlichkeiten).Dies ist die beste Zeit für hydrosexuelleWassernymphen, die aus den Dämpfender vorchristlichen Mythen auftauchen.
* Hydrosexualität( gr." Yopoc/ hydros, lat. hydrus-' Wasser'; sexuales, lat.' Sexualität')- in Form von Kon-zepten, Kunst, Artivismus- hat in jüngster Zeit begonnen,sich in den Diskursen und Praktiken der Fünften- Welle-Feminismen zu verbreiten. Sie bricht mit dem Glauben andie Zentralität des Menschen auf der Erde sowie mit dembinären Konzept von Identität. Hydrosexuelle Subjek-tivität ist ökologisch. Sie verbindet die Grundsätze derökosexuellen Bewegung in der Kunst, deren Begründe-rinnen die kalifornischen Künstlerinnen Annie Sprinkleund Beth Stephens sind, mit der hydrofeministischenStrömung, die von der Kanadierin lettischer Abstammung,Astrida Neimanis, entwickelt wurde. Sie steht im Dialogmit dem Posthumanismus, dem feministischen neuenMaterialismus und den Problemen der globalen Wasser-krise. Der Begriff wurde von Cyber- Nympho EwelinaJarosz entwickelt.
Cyber wedding to the brine shrimpin cooperation with Ewelina Jarosz,Annie Sprinkle, Beth Stephenscommissioned by Polish CulturalInstitute New York, 2021
Foto: James McAllister