Heft 
58 (2023) 3
Seite
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32 INTERVIEW

,, Im Gemeinsamen wächstdie Haltung, füreinanderSorge tragen zu wollen."

Ein Gespräch zum Thema Nachbarschaft,lokale Vernetzung, generationenübergrei-fende Freiwilligenarbeit und Sorge tragenmit Daniela Martos, der Initiatorin desACHTSAMEN 8. in der Josefstadt.

Du bist Kopf und Herz des ACHTSAMEN 8.,einer Initiative zur Vernetzung nachbar-schaftlicher Hilfe in der Josefstadt. Wieentstand das Projekt und wofür steht es?Nach einiger Zeit in der Wissenschaftskom-munikation habe ich mich entschieden,beruflich in die psychosoziale Beratungzu wechseln. Ich arbeite für die Caritas imCafé Zeitreise. Da kommen Demenz- Betrof-fene und Angehörige zusammen, die sich ineinem moderierten Rahmen austauschen.Bei dieser Arbeit habe ich gelernt, dass esnicht allzu viel braucht, um Betroffene undAngehörige etwas zu entlasten.

2017 stand jemand von der damaligenBezirksvorstehung vor der Tür, die vonHaus zu Haus gegangen ist und sich bei derBevölkerung der Josefstadt erkundigt hat,was im Bezirk fehlt, was es noch braucht. Ichhabe von meinen Ideen für Senior* innen-projekte erzählt und bald darauf ein Konzeptmitgebracht.

2019 wurde daraus der Förderantrag füreine sogenannte Caring Community" in derJosefstadt und Gert Dressel und ich- mitdem Team vom Verein Sorgenetz- habenschließlich die Förderung für den ACHTSA-MEN 8. bekommen. Später ist noch ValeriePechhacker dazugekommen.

Zwischen 2017 und 2019 bin ich vonInstitution zu Institution gegangen und habeviele Anregungen und Erfahrungen gehört,

vernetzt und Multiplikator* innen im Bezirkkennengelernt.

Was bedeutet Caring Community genau?Caring Community ist eine sorgendeGemeinde oder ein sorgender Bezirk mitder Idee, dass möglichst viele Menschenin der Gesellschaft einander unterstützenfür ein gutes Leben für alle. Sowohl beimACHTSAMEN 8. als auch beim NachhaltigenACHTSAMEN 8. deckt Caring Community eingroßes Spektrum an Themen ab. Im Zentrumsteht bei uns die generationenübergreifendeZusammenarbeit. Durch die Begegnungund das persönliche Kennenlernen entstehtBewusstsein und Verständnis für armuts-und ausgrenzungsgefährdete Menschen,das Altwerden und Demenz. Hinzu kommtdie entsprechende Wissensvermittlung,die wir durch unterschiedlichste Veranstal-tungen, Schulungen und moderierte Treffenanbieten.

Wie funktioniert die Hilfe in der Praxis?Es rufen Leute bei mir an, die entwederUnterstützung brauchen oder Angehörige,Nachbar* innen, Freund* innen von Menschenmit Hilfe- Bedarf sind. Beispielsweise wennjemand stürzt und erschrocken erkennt,plötzlich bei alltäglichen Dingen Hilfe zubenötigen. Ich vernetze diese Person dannmit den professionellen Angeboten im Bezirkoder bemühe mich um nachbarschaftlicheUnterstützung.

Aus dem ACHTSAMEN 8. ist inzwischen derNachhaltige ACHTSAME 8. geworden, derjedoch auch nur temporär gefördert ist...Der erste ACHTSAME 8. ist von 2019 bis2022 als Gesundheitsförderungsprojektvom Fonds Gesundes Österreich( FGÖ) undder Wiener Gesundheitsförderung( WIG)gefördert worden und das Folgeprojekt,der Nachhaltige ACHTSAME 8., wird noch bis