Heft 
58 (2023) 1
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32 INTERVIEW

P

°

0.80Donoooo 0000

3300000

00

Elisabeth Schäfer und Paul- Julien Robert. Foto: Johanna Amlinger

,, Wir wollen all jenen eine Stimmegeben, die unfreiwillig amFriedrichshof aufgewachsen sind"

Ein Gespräch mit Elisabeth Schäfer undPaul- Julien Robert über das FWF PEEK-Projekt Performing Primal Communism( PPC),( Re) writing of Reality Through Discourse, überProzesse der Aufarbeitung, die Ambivalenzvon Öffentlichkeit, über Generationenkon-flikte und die Kraft des Zuhörens.

Seit drei Jahren befasst ihr euch künst-lerisch forschend mit der kritischenAufarbeitung der Geschichte derMühl- Kommune, aber auch mit der Zukunftdes Friedrichshofs. Wie ist euer Rückblickauf das Projekt?

Paul- Julien Robert: Wir stehen kurz vordem Ende des PEEK- Projekts und versuchennun, für uns alles zusammenzufassen, zu ord-nen und in eine Form zu bringen. Rückbli-

ckend lässt sich gar nicht sagen ,,, DAS habenwir geleistet", weil es ein prozesshaftesArbeiten ist. Es geht uns nicht darum, wasvor vierzig Jahren in der Mühl- Kommunepassiert ist, sondern um das, was heutedamit geschieht.

Elisabeth Schäfer: Wenn man in die Zukunfteines Ortes, also konkret die des Friedrichs-hofs blicken möchte, muss man sich mit derGeschichte dieses Ortes auseinandersetzen.Erst dann kann man ihn zukünftig nutzbarmachen. Mit unserer letzten Veranstaltung,einem Rundgang am Friedrichshof, haben wireinen Vorschlag zur Auseinandersetzung mitdem Ort und seiner Geschichte gemacht.

Wie waren die Reaktionen auf denRundgang?

Paul: Durchwegs positiv. Die große Heraus-forderung in den letzten drei Jahren war,die Menschen abzuholen und zu erreichen.Bei unserem ersten Symposium saßen wirim Kreis und wollten einander zuhören.Dieses Konzept ist nicht aufgegangen, da