58 1/2023
SCHAUFENSTER
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Neuigkeiten aus derProvenienzforschung
Mit 31. Oktober 2022 ging Claudia Spring inPension. Sie war seit 2015 als Provenienz-forscherin im Museum tätig- also seitdemsich das Volkskundemuseum Wien freiwilligverpflichtete, NS- Provenienzforschung imSinne des Kunstrückgabegesetzes und inKooperation mit der Kommission für Pro-venienzforschung durchzuführen. In engerZusammenarbeit mit den Sammlungskura-torinnen, den Kolleginnen aus dem BereichSammlungspflege sowie im Besonderen mitder für das Archiv und die interne Koordina-tion der Provenienzforschung zuständigenKollegin Elisabeth Egger, festigte sie sach-liche Abläufe für eine systematische undkonsequente Provenienzforschungs- undRestitutionspraxis am Haus analog zu denBundesmuseen.
Seit 2015 verfasste Claudia Spring zahl-reiche Dossiers, welche dem Kunstrückga-bebeirat vorgelegt wurden. In acht Fällenempfahl der Kunstrückgabebeirat dieRückgabe an die rechtmäßigen Erb* innen.Außerdem erhielt der Nationalfonds fürdie Opfer des Nationalsozialismus für dieVeröffentlichung in dessen Kunstdatenbankdetaillierte Objektinformationen sowie Fotosvon 378 Objekten, welche vom Museum zwi-schen 1938 und 1945 aus dem Kunsthandelerworben worden waren.
Neben den Dossiers verfasste und publi-zierte Claudia Spring mehrere Texte zu denvon ihr bearbeiteten Fällen. Am gewichtigs-ten ist wohl ihre Arbeit zu den SammlungenMautner sowie zu Anna und Konrad Mautnerselbst.
Claudia Spring beteiligte sich mit ihremfundierten Wissen über die Herrschaftszeitdes nationalsozialistischen Regimes sowiemit ihrer Praxiserfahrung in der Provenienz-
forschung an der Konzipierung der Aus-stellung Gesammelt um jeden Preis! mitdem Schwerpunkt NS- Provenienzforschungund Restitution, welche im April 2023 imVolkskundemuseum Wien eröffnen wird.Ebenso war sie Teil des Projektteams dervirtuellen Galerie Ein Museum- ein Objekt- eine Erzählung, einem Vorprojekt zu dergenannten Ausstellung, das ab Jänner 2023online verfügbar sein wird( weitere Infos zudiesem Projekt sind an anderer Stelle desNachrichtenblattes zu finden). Bei beidenProjekten steht sie den zuständigen Teamsdankenswerterweise weiterhin als Beraterinzur Verfügung.
Seit 1. November gehört die Proveni-enzforschung nun zu meinem Aufgabenbe-reich. Ich bin seit 2020 Mitarbeiterin desVolkskundemuseums und konnte Claudia indieser Zeit bei ihrer Arbeit über die Schul-ter schauen, mit ihr gemeinsam ein Dossierverfassen sowie bei der vorher erwähntenAusstellung und dem dazugehörigen Vorpro-jekt mit ihr zusammenarbeiten.
Meinen Aufgaben als neue Provenienz-forscherin nehme ich mich- nach demVorbild meiner Vorgängerin- gewissenhaftund in enger Zusammenarbeit mit meinenKolleg* innen vom Museum sowie mit derKommission für Provenienzforschung an.Über Neuigkeiten aus dem Bereich Proveni-enzforschung und Restitution werde ich hierweiterhin regelmäßig berichten.
Maria Raid,
Provenienzforscherin