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SCHAUFENSTER
Ein Museum- ein Objekt
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eine Erzählung
Virtuelle Galerie zur NS- Prove-nienzforschung und Restitutionin österreichischen Museen,Sammlungen und Bibliotheken
Wem gehörten Dinge bevor sie ins Museumkamen? Unter welchen Umständen wurdendiese Dinge erworben? Wurden sie mög-licherweise unrechtmäßig erworben? Mitsolchen Fragen setzt sich die Provenienzfor-schung auseinander. Im Fokus sind Objekte,die in einem kolonialistischen Zusammen-hang in eine Sammlung kamen, und Objekte,die in einem NS- Zusammenhang stehen,die also vor 1945 entstanden und seit 1933inventarisiert wurden.
Sehr oft befinden sich heute nochObjekte in öffentlichem( aber auch in pri-vatem) Besitz, die während des NS- Regimesunter ihrem Wert erworben, abgepresstoder enteignet wurden. Dieses Unrecht wardurch die NS- Gesetzgebung gedeckt. DieEigentümer* innen der Objekte wurden vomNS- Regime beraubt, verfolgt, vertrieben,eingesperrt, gefoltert und ermordet.
Im Dezember 1998 wurden NS- Proveni-enzforschung und die Rückgabe der Objekteauf Bundesebene im Kunstrückgabegesetz( KRG) geregelt. Das Volkskundemuseum Wienfällt als privatrechtliches Museum nicht unterdas KRG, entschloss sich jedoch 2015, Prove-nienzforschung in seinen Sammlungen imSinne des KRG durchzuführen.
2023 jährt sich der Erlass dieses Gesetzeszum 25. Mal. Anlässlich dessen bereiten wireine virtuelle Galerie vor, die am 13. Jänner2023 online geht. Dazu haben wir uns imHerbst 2021 an jene Institutionen gewandt,die seit 1998 gesetzlich dazu verpflichtetsind, NS- Provenienzforschung zu betreiben,sowie an jene, die freiwillig gemäß dem KRG
mit der Kommission für Provenienzforschungzusammenarbeiten.
In den Beiträgen werden sich die teilneh-menden Institutionen über die Präsentationeines Objektes oder eines Objektbestan-des vorstellen und dabei auf die bisherigenErgebnisse der eigenen NS- Provenienz-forschung und Restitutionspraxis Bezugnehmen. Weiters wurden sie gebeten dieÜberlegungen, die zur Auswahl des Objektesoder des Bestandes geführt haben, in demBeitrag zu erläutern. Den teilnehmendenInstitutionen stand jede digital abbildbareGestaltungsform für die Umsetzung offen.
Alle Museen, Sammlungen und Bibliothe-ken sind der Einladung gefolgt und habensowohl Audio-, Video- als auch bebilderteTextbeiträge für die virtuelle Galerie erarbei-tet und zur Verfügung gestellt.
Ab 20. Jänner 2023 werden die einge-brachten Beiträge und der eigene Beitragdes Volkskundemuseums in der virtuellenGalerie auf unserer Website präsentiert.Dadurch soll die NS- Provenienzforschungs-und Restitutionspraxis in Österreich auch indieser Form sichtbarer und nachvollziehba-rer werden. Die Plattform soll zum Diskutie-ren, Nach- und Weiterdenken anregen, auchhinsichtlich gesellschaftlicher und kulturellerZiel- und Wertsetzungen.
Maria Raid, Kathrin Pallestrang,Magdalena Puchberger und Claudia Spring,Projektteam
www.volkskundemuseum.at/virtuellegalerie
Die virtuelle Galerie ist Teil eines umfangreicherenProjekts zur NS- Provenienzforschung und Restitutions-praxis am Volkskundemuseum Wien. Im Zentrum stehteine Ausstellung, die am 21. April 2023 eröffnen wird.