Schaufenster
56. Jahrgang
Wir im Zwischenjahr
Im unveröffentlichten Strategiepapier zurMuseumsentwicklung, das die Kulturministe-rin Claudia Schmied im Jahr 2007 verfassenlieẞ, ist zu lesen:„ Eine sich veränderndeGesellschaft braucht sich veränderndeMuseen und eine sich verändernde Muse-umspolitik". Dieser Satz wurde auch insWeißbuch Bundesmuseen, das wiederum
Unter der Diskokugel Beziehungsarbeit leisten
www.hoferundhofer.at/Volkskundemuseum Wien
Kulturminister Thomas Drozda 2017 erstellen
ließ, übernommen.
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Abgesehen von der Frage danach,was seither eigentlich geschah, stehen inAnbetracht dieser Forderungen auch dieinneren Organisationsformen von Museenzur Debatte. Sind wir richtig aufgestellt, umdiesem Anspruch gerecht zu werden? Überdie klassischen Bereiche der Museums-arbeit hinaus also Sammeln, Forschen,Ausstellen, Vermitteln- ist die außerschu-lische Bildungsarbeit in den letzten Jahrenzu einem wichtigen politischen Argumentder Museumsarbeit geworden. Das bringtvielschichtige Aktivitäten mit sich. Zentraldabei ist der Bereich der Kulturvermittlung,ausgerechnet jener Sektor in den Museen,der die meisten Arbeitsprekariate aufweist.Das gilt es zu ändern. Im Programm deraktuellen Regierung ist Fair Pay ein Punktder Agenda geworden-- ein Lichtblick.
Wir sollten verstehen, dass Museen alsAgenturen des Wissens gleichzeitig kreativeund soziale Orte sind. Ihre Möglichkeitender Erzählung, Interaktion und Produktionin der Gegenwart des realen Raumes sindvielfältig und gleichsam Aufgabe in einerzunehmend virtuell geprägten Welt. DasMaterielle an sich und die Auseinanderset-zung damit ist ein Asset dieser Agenturen.Als Orte müssen sie spürbar, nachvollzieh-bar, einladend und herausfordernd sein.
Es beginnt im Inneren der Institution: dieKultur der Zusammenarbeit, das Verständnisüber den Sinn der jeweiligen Aufgabe vorallem in Hinblick auf den Nutzen für dieÖffentlichkeit. Gleichzeitig geht es in derTrias von Politik, Gesellschaft und Museumum Bewusstseinsarbeit hinsichtlich grund-legender Arbeiten in Museen. Dazu zählendie qualitative Erschließung und die sinn-volle Erweiterung von Sammlungen genausowie gut aufgesetzte Digitalisierungsprojekte
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