AUSSTELLUNG
Lost In Administration/ SchwarzÖsterreichDie Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten
Verena am Feuerkogel, Oberösterreich, 1957Foto: Sammlung Lost in Administration
die unbegleitete Kinder aus Europa über denAtlantik beförderte. Bei vielen der allein reisen-den Kinder handelte es sich um die europäi-schen Nachkommen von amerikanischen Solda-ten, die in den USA an Adoptiveltern übergebenwurden. Da Trudy fließend Deutsch sprach, fielihr die Aufgabe zu, entwurzelte Kleinkinder ausÖsterreich in New York in Empfang zu nehmenund durch die Grenzkontrollen zu ihren neuenAdoptiveltern zu begleiten. Einige der kleinenÖsterreicherInnen, um die sich Trudy kümmer-te, waren Schwarz. Sie waren aufgrund ihrerHautfarbe in die USA gebracht worden, umdort von afroamerikanischen Ehepaaren aufge-zogen zu werden.
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Von Trudys Erzählung ausgehend begann dasProjektteam von„ Lost in Administration" damit,in österreichischen, anderen europäischen undUS- amerikanischen Archiven nach Hinweisenauf Kinder afroamerikanischer Gls in Österreichund ihre Verschickung in die USA zu suchen. Die
Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit den Spuren, welche die Diskussionen um die Kinder
Lebensgeschichten von Kindern afroamerika-nischer Gls und österreichischer Mütter sowiefür die Erforschung des gesellschaftlichen undbehördlichen Umgangs mit ihnen war ein im Jahr2008 geführtes Interview mit der New YorkerinTrudy Jeremias. Trudy, eine geborene Wienerin,war 1938 im Alter von 13 Jahren vor dem nati-onalsozialistischen Regime in die USA geflüch-tet. Anfang der 1950er- Jahre nahm sie am NewYorker Flughafen einen Job als Bodenstewar-dess bei der belgischen Fluglinie Sabena an.Diese war eine der wenigen Fluggesellschaften,
hinterlassen haben, sind auf unterschiedlicheArchive verstreut und auf zahlreiche Beständeverteilt. Sie waren oft nicht leicht auffindbaroder durch Datenschutzbestimmungen schwer
zugänglich. Darüber hinaus bemühten sich dieMitarbeiterInnen des Projekts, Kontakte zuBetroffenen herzustellen, um ihre persönlichenPerspektiven in die Aufarbeitung der Geschich-te miteinzubeziehen und nicht nur die Inhalteder Akten zu reproduzieren, in denen die dama-ligen Kinder oftmals nur als Objekte amtlicherBürokratie auftauchen.
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51. Jahrgang