DER ANFANG EINER INSTITUTION:
WILHELM HEIN UND DIE TRESTERERKOSTÜME IMÖSTERREICHISCHEN MUSEUM FÜR VOLKSKUNDE
Kathrin Pallestrang
Sie ähneln einander und sind doch alle aus anderem Stoff und nach anderem Schnittgefertigt: Die drei Kostüme von Salzburger Tresterertänzern, die sich in der Obhut desVolkskundemuseums in Wien befinden- eines tatsächlich in seinem Besitz, zwei alsDauerleihgaben des Naturhistorischen Museums. Alle drei stammen aus Krimml imPinzgau, wohin eine Forschungsreise den Sprachforscher und Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten WilhelmHein als Mitarbeiter der Anthropologisch- ethnographischen Abteilung des k. k. natur-historischen Hofmuseums¹ im September und Oktober 1893 geführt hat.( Hein 1894,[ 46]) Er war außerdem einer der Hauptprotagonisten der Gründung des Vereins fürösterreichische Volkskunde², die ein Jahr nach dieser Reise zum Zwecke der Heraus-gabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift und des Aufbaus eines Museums erfolgte.Für diesen neuen Verein hatte er sich unter anderem durch intensives„ Netzwerken"eingesetzt( Sturm 2007, 24), was eine von Heins Stärken war( Vgl. Egger/ Oberpeil-steiner 2016, 67-72). Er hatte zudem die Statuten entworfen( Nikitsch 2006, 42). DieGründung und die weitere Entwicklung des Vereins und seines Museums hängen engmit der Aufsammlung der Trestererkostüme zusammen und beides wiederum mit derForscherpersönlichkeit Wilhelm Heins.
Wilhelm Hein im Naturhistorischen Museum
Gertraud Sturm, die sich mit Wilhelm Hein als Orientalisten Glossar ::: zum Glossareintrag Orientalisten auseinandergesetzt hat,bezeichnet sein Leben als ein„ von unermüdlichem Schaffensdrang gekennzeichnetesund der Wissenschaft und Forschung geweihtes"( Sturm 2007, 44). Im Jahre 1861 ge-boren, äußerte er- wie sein Studienkollege Robert Sieger im Nachruf schreibt- bereits
1 Heute ,, Naturhistorisches Museum".
2 Heute„ Verein für Volkskunde".
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