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Matthias tanzt - Salzburger Tresterer on stage : Kunst und Wissenschaft im Dialog
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TRESTERN ZWISCHENFIKTION UND REALITÄT

Kathrin Pallestrang

Das Tresterertanzen wird im Pinzgau und in der Stadt Salzburg ausgeübt. Es fasziniertdurch die prächtigen und exotisch Glossar ::: zum Glossareintrag  exotisch wirkenden Kostüme der ausschließlich männlichenTänzer und durch eine festgelegte Aufführungsperiode im Jahr rund um den 5. Jänner.Es handelt sich um einen Reigentanz mit Stampf- und Sprungschritten, der in Stubenund Gasthäusern vorgeführt wird. Eingerahmt ist der Auftritt der Tresterer von weite-ren maskierten Perchtenfiguren. Außerdem sind sie auf Bühnen zu sehen, etwa beimSalzburger Adventsingen.

Es drängen sich Fragen nach dem Ursprung dieses Tanzes auf und nach dem dahin-terliegenden Sinn: Seit wann gibt es das Trestern und warum wird es durchgeführt?Wie so oft im Bereich der Bräuche und Trachten und der übrigen Volkskultur" gibtes keine einfachen Antworten. Historische Belege sind rar und eine kontinuierlicheTraditionslinie existiert nicht. Doch es gibt einzelne Quellen, es gibt Spuren, die vonUlrike Kammerhofer- Aggermann vom Salzburger Landesinstitut für Volkskundeäußerst gründlich gesammelt und nüchtern interpretiert wurden. Für die AusstellungMATTHIAS TANZT. SALZBURGER TRESTERER ON STAGE hat sie- auf acht vonLisi Breuss gestalteten Tableaus- diese Zeugnisse des Funktions- und Bedeutungswan-dels zusammengestellt. Die Anfänge sind im mittelalterlichen Fasching und im höfischenKarneval in Renaissance und Barock zu finden. Das Interesse des Bildungsbürgertumsan bestimmten und idyllisch verklärten Bereichen des Landlebens hat im 19. Jahrhun-dert auch das Trestern befördert und verändert. Als identitätsstiftende Brauchhandlungdiente es dem Nationalismus des habsburgischen Vielvölkerstaates und war für Aus-trofaschismus und Nationalsozialismus interessant. Von NS- Volkskundlern erfundeneUrsprungstheorien bestimmen noch heute das Selbstbild der Tresterergruppen unddienen der Verklärung und Überhöhung in einem Bedeutungszusammenhang, in demder bloße Spaß an der Freud' oder nachvollziehbare Motivationen wie Identitätsstif-tung oder Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen zu anderen touristisch relevantenGebieten nicht akzeptiert werden.

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