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Matthias tanzt - Salzburger Tresterer on stage : Kunst und Wissenschaft im Dialog
Entstehung
Seite
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VORWORT

Ulrike Kammerhofer- Aggermann

Die vorliegende Publikation erscheint in Zusammenarbeit des Salzburger Landesins-tituts für Volkskunde mit dem Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien inden Buchreihen beider Institutionen. Sie erklärt einen Pinzgauer Brauch in seinenhistorischen, europäischen Zügen, seinen wenigen dokumentierten Wandlungen undBrüchen sowie in seiner heutigen Bedeutung für ganz verschiedene Menschengruppen.

Das Buch ist kein eigentlicher Ausstellungskatalog, sondern eine Begleitpublikation.Denn nur wenige Objekte waren für die Ausstellung MATTHIAS TANZT. SALZBUR-GER TRESTERER ON STAGE auffindbar. Im Wesentlichen dokumentiert Papier dieGeschichte( n) der Tresterer: es sind Zeitungsartikel, die über diesen spektakulärenBrauch für ein städtisches Publikum berichten, mehrfach aufgelegte Postkarten sowieFotografien in den Archiven des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde und desVolkskundemuseums in Wien. Sie benennen die Pinzgauer Tresterer und berichtenüber die Übernahme des Brauches durch den bedeutenden ,, 1. Salzburger Gebirgstrach-tenverein Alpinia in der Stadt Salzburg. Diese Zeugnisse sind vielfach Produkte vonRezeptionen durch Städter und für das Zurückwirken aufs Land. Sie sind um- oderneugestaltete bzw. neubewertete Wiederaufnahmen älterer kultureller Kostüme undHandlungsabläufe. Oft sind sie Originale nur im Sinne von Walter Benjamin( Benja-min 1963), also im Auge des Betrachters", also nach den Bedürfnissen der jeweiligenRezipienten und Rezipientinnen. Ältere Gesetze und Verbote von etwa 1600 bis 1800beziehen sich allgemein auf die Maskenbräuche der Landbevölkerung in Salzburg, nen-nen manche Details, aber keine konkreten Bräuche.

Dass diese Ausstellung zu einem Salzburger Brauch in Wien stattfindet, hat drei Grün-de. Die Entdeckung der Tresterer, nicht nur für die Wissenschaft, sondern für einbreites Publikumsinteresse, ging von Wien aus. Es war, erstens, einer der Mitbegründerder Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde und des Österreichischen Museumsfür Volkskunde, Wilhelm Hein, wie Kathrin Pallestrang in diesem Band schildert.

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