Archivbilder und Texte sowie einer Sammlung historischer Originalkostüme werdendarin die historischen Ursprünge, die Aufführungsweisen, die verwendeten Materialiensowie das Ringen mit dem oftmaligen Bedeutungswandel des Tresterertanzes vermit-telt.
Überlagert wird diese wissenschaftliche Erzählung aber ihrerseits wieder durch Col-lagen von Thomas Hörl, die dazu wie spielerische Ornamente und visuelle Fuẞnotenwirken. Das unaufhörliche Wechselspiel zwischen kreativem Gestalten, statischemBewahren und identifikatorischem Aufgreifen wird damit explizit weiterbetrieben.Einen starken Kontrapunkt zur„ neutralen" Wissenschaft bilden zudem drei großeFotografien an der Stirnwand des Raums, die den Künstler- subkulturell geschminktund frisiert in einem streng- inszenierten Burlesque- Outfit zeigen, das wiederum dieKostümierungen des Tresterertanzes zitiert.
Der Höhepunkt der Aneignung/ des Reenactements des Brauches findet sich jedoch injenem Raum, in dem die historischen Originalkostüme in großen Vitrinen präsentiertwerden. Die dort verwendeten Gliederpuppen hat der Künstler ergänzt mit schrundi-gem, graufarbenem Pappmaché nach Gipsabgüssen seines eigenen Körpers, aufgeteiltund bekleidet in Kopf, Rumpf und Bein. Das unheimlich- Untote der mit dem histori-schen roten Brokatstoff bekleideten Gliederpuppen wird dadurch noch deutlicher.
Durch die verschiedenen Stationen wird die„, Matthias"-Ausstellung zu einem Parcours,der sowohl Ähnlichkeiten mit dem Ziehen einer Tresterergruppe von Haus zu Haus hat,als auch die wissenschaftliche und künstlerische Spurensuche als einen Gang durchviele Orte spürbar macht.
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Tresterersie.
Thomas Hörl, Wien, 2016. Birgit& Peter Kainz, faksimile digital, Wien, 2016.
© Österreichisches Museum für Volkskunde, Digitalfotografie, Fotografie fotografiert von Georg Petermichl