und sein Blut verströmen läßt. Das Motiv hat schon 1647 Meister GotthardWalgramb in Judenburg auf einen Model geschnitzt 16. Unser Stück( 28)sieht ganz ähnlich aus. Auch das zweite( 29) dürfte nicht viel jünger sein.Mitunter weiß man nicht, ob der Pelikan, oder vielleicht doch der Phönixgemeint sein soll( 31 R). Der Kreuzweg Christi wird durch die Darstellungdes Veronikons, des Schweißtuches, betont( 8 A), das wie schon bei Dürergeradezu Wappencharakter annimmt. Die Kreuzigung ist schon um 1500 imLebzeltenmodel dargestellt worden 17. Auch bei uns( 12 A) fehlt sie nicht.Außerdem ist das einzelne Kreuz vertreten, unter Umständen als Gegen-stück zum Doppeladler( 87 A). Aber bedeutend mehr Kreuze finden sichunter den Wachsvotiven( 140-142).
Die Heiligen sind im Lebzeltenmodel verhältnismäßig selten darge-stellt worden. Im Spätmittelalter waren sie häufiger 18. Unsere Sammlungbesitzt den prachtvollen hl. Georg( 4) der wohl auf eine Graphik des15. Jahrhunderts zurückgehen dürfte. Sonst sind Darstellungen der Barock-zeit geläufiger. Da findet sich vor allem der hl. Nikolaus; der Lebzeltenwurde wohl zu seinem Fest am 5./6. Dezember geschenkt( 66, 67). Übersein unheiliges Gegenstück, den Krampus, wird noch zu berichten sein. DerErzengel Michael, noch dazu als Engel des Jüngsten Gerichtes mit Schwertund Seelenwaage 19, ist selten( 69), und wurde vielleicht zum Michaelsfestals Namenstag geschenkt. Der hl. Rupert( 68) ist offenbar in Salzburg zurRuperti- Dult verwendet worden 20. Der hl. Johannes Nepomuk, sonst in derbarocken Bildkunst so häufig 21, tritt hier ganz selten auf( 69 R), vielleichtanläßlich einer Kultstätteneinweihung. Diesen lange verehrten und mehroder minder historischen Heiligen stehen die„ Drei heiligen Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen"gegenüber, die in der mythologischen Literatur gern als Nachfahren vonvorchristlichen drei heiligen Frauen angesehen wurden und werden 22. Die
16 Sepp Walter, Aus der Geschichte der steirischen Lebzelter und Wachs-zieher( in: 5. Landesausstellung: Das Steirische Handwerk. Katalog, Bd. I. Hand-buch. S. 465, Abb. 121. Katalog- Nr. 1029).
17 Fritz Arens, Taf. 26, Abb. 22 und Taf. 40, Abb. 50.
18 Fritz Arens, Taf. 20, Abb. 7, Taf. 27, Abb. 20, Taf. 38, Abb. 46.
19 Leopold Kretzenbacher, Die Seelenwaage. Zur religiösen Idee vomJenseitsgericht auf der Schicksalswaage in Hochreligion, Bildkunst und Volks-glaube( Buchreihe des Landesmuseums für Kärnten, Bd. 4). Klagenfurt 1958.20 Gustav Gugitz, Fest- und Brauchtumskalender Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumskalender für Österreich, Süd-deutschland und die Schweiz. Wien 1955. S. 32.
21 Johannes von Nepomuk. Katalog der gleichnamigen Ausstel-lung des Adalbert- Stifter- Vereines, geleitet von Johanna von Herzogenberg.
Passau 1971.
22 Karl von Spieß, Grundlinien( Jahrbuch für historische Volkskunde,Bd. III/ IV, Abb. 52, 53).- Heinrich Ludwig Werneck, Die heiligen dreiJungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen von Brunnenthal bei Schärding, O. O., ihre Vorläufer und Nachfolger( Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines, Bd. 111, Linz 1966, S. 337 ff.).Mit Abb. eines Lebzeltenmodels mit den hill. Katharina, Elisabeth und Barbara,Model aus der alten Lebzelterei Reiß- Aichinger in Schärding, vielleicht um 1600.
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