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Hilf Himmel! : Götter und Heilige in China und Europa
Entstehung
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vielleicht schon jetzt in den Himmel eingehen könnten. Es setzte sich nachund nach die Überzeugung durch, daß die Seele derjenigen, die für ihrenGlauben sterben, sofort in den Himmel fährt, während ihr Leib erst beimJüngsten Gericht folgen wird. Zentral dafür ist der Begriff des Zeugen"( griech.: martys), der an mehreren Stellen im Neuen Testament auftaucht. Diesist Jesus selbst und alle, die ihn bezeugen. Jesus fordert alle, die ihm nachfol-gen wollen auf, Zeugnis für ihren Glauben abzulegen. Dies meint zunächst einwörtliches Zeugnis und richtet sich an die Apostel, und alle anderen, die anihn glauben und sein Wort verkünden( Wortzeugenschaft). Ab der Mitte deszweiten Jahrhunderts verschiebt sich der Bedeutungsinhalt. Als höchste Formder Christusnachfolge( imitatio) wird, beeinflußt durch die Erlebnisse der Chri-stenverfolgungen, der Tod für den Glauben betrachtet( Blutzeugenschaft).Wer sein Leben für den Glauben hingibt, über dessen vollendete Zeugenschaftbestand kein Zweifel, seine Aufnahme in den Himmel schien gewiß.1 Märtyrerund Märtyrerinnen waren demnach hochverehrt; die Gottesdienste wurden abdem zweiten Jahrhundert in den Katakomben am Grab derjenigen Heiligengefeiert, deren Todestag- der als Geburtstag im Himmel zu verstehen ist- sichgerade jährte, und die Verehrung der Märtyrer und Apostel ging nach undnach in die Liturgie ein.2 Die Blutzeugen Christi blieben jedoch im Laufe derZeit nicht die einzigen, die als anteilig an Gottes Herrlichkeit gedacht wurden.All jene, die sich öffentlich zum Christentum bekannt und ihren Glauben vorGericht vertreten hatten, die sogenannten Bekenner, hatten ihre Zeugenschaftbewiesen, auch wenn die letzte Konsequenz, Martyrium und Tod, ausblieb.Vor allem als das Christentum anerkannte Religion war, galt als vollkommeneNachfolge Christi nicht mehr nur der Einsatz des eigenen Lebens. Das Lebenselbst wurde zum Beweis für Heiligkeit: ein bestimmter Lebenswandel, gewis-se Taten, Handlungen und Ereignisse. Was konkret als solches Zeichen angese-hen wurde und wird, ist, wie gesagt, abhängig von den historischen Umstän-den und zu anderen Zeiten mitunter nur mehr schwer nachvollziehbar, wiePeter Dinzelbacher schon in der Einleitung zum Sammelband ,, Heiligenvereh-rung in Geschichte und Gegenwart" 3 anhand von Beispielen anschaulichbelegt. Hier werden Weltsicht, soziale und kulturelle Umstände deutlich. Imfrühen Mittelalter war ein Ideal das der Weltentsagung und des Verzichts:zahlreiche Asketen- etwa die Styliten, die ihr Leben auf einer Säule verbrach-ten-, Eremiten und Mönche finden sich unter den Heiligen, zunächst in derOst- dann auch in der Westkirche. Daneben auch Missionare und Kirchenfür-sten, die Christus in seiner Bedeutung als guter Hirte" nachfolgten. Ebensoauffallend ist die Vielzahl der Adeligen und die geringe Anzahl an Laien, diesich bis in die Gegenwart durchzieht. Weitere Grundtendenzen sind die, daßdie Zahl von weiblichen Heiligen niedriger ist als die der männlichen und ver-heiratete Frauen nach der Märtyrerzeit nahezu völlig fehlen.4 Die Jungfräulich-

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