Die überragende Stellung des Herdgottes unter den sonstigen Haushaltsgöt-tern drückt ein anderer von Alexejew gesammelter Neujahrsholzschnitt aus:groẞ thront er in der Mitte der sechs Hausgötter und als einziger davon kolo-riert. Die kleiner dargestellten sind der Erdgott, der Gott des Brunnens, die Türund Torgötter und die Göttin des Abtritts. 160
Es ist zweifelhaft, wie weit sich bei den Bauern der Brauch erhalten hat, dassdie neue Hausfrau dem Herdgott feierlich mit einem Opfer vorgestellt werdenmuss. Sehr wahrscheinlich aber ist, dass zumindest die Verbote, sich nicht aufden Herd zu setzen oder dort Haare zu kämmen, am Land weiter ihre Bedeu-tung behalten haben.
Die drei Sternengottheiten
In fast jedem chinesischen Wirtshaus Österreichs finden sich Bilder oder Por-zellanstatuen der so genannten drei Sternengottheiten, von welchen in derKurzform der ersten Silben ihrer Namen als Fu- Lu- Shou gesprochen wird. Fu=Glück, Lu= Rang, Prosperität, Shou= langes Leben. Die gemeinsame Darstel-lung dieser drei Sternengottheiten geht bereits auf die zeit der mongolischenYuan- Dynastie( 1271-1368) zurück. Chinesische Künstler schufen diese Gemäl-de als Auftragsarbeiten für Geburtstagswünsche. Später wurde dieser Brauchin der Form der einfachen billigen Neujahrsholzdrucke von dem ärmerenSchichten übernommen. 161
Die Sterne sind Teil des Sternzeichens des Großen Bären. Mit den drei Sternen-gottheiten werden folgende Personen identifiziert. Der Gott des Glücks istblau, meist mit einem Kind dargestellt, soll ursprünglich ein chinesischer Rich-ter im Hunan der Liang- Dynastie gewesen sein( 503-557). Die Leute in sei-ner Region waren sehr klein und so verwendete sie der Kaiser Wu gerne als,, Zwerge", um seinen Hof zu bedienen. Die Familien waren darüber sehrunglücklich, und weil Richter Yang Zheng dieses Verhalten des chinesischenKaisers als ungerecht empfand, ließ er sich zur Audienz melden und machtedem Kaiser Vorhaltungen. Dieser war einsichtig und entführte der Bevölke-rung nicht mehr ihre Kinder. Die dankbaren Einwohner von Yangs Gerichtsbe-zirk sollen ihn nach seinem Tod als Gott des Glücks kanonisiert haben. Eineandere Version ist, das irdische Vorbild für den Glücksgott Guo Zuyi sei einGeneral, welcher die Tang- Dynastie vor einem Aufstand errettet hat. 162Wieder andere meinen, es handle sich bei dem Glücksgott um den Sohn einesder Herrscher aus der Zeit der drei Reiche des 3. Jahrhunderts namens LiGuizu, von dem dann die Funktion zu Guo abgewandert sei. 163
Lu Xing, der Gott für Rang und Prosperität, mit Beamtenhut und rot gekleidet,trägt ein Wunschszepter", welches symbolisiert, dass seinen Verehrern allesnach Wunsch gehen möge. Während seines Erdendaseins trug er den Namen
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