sehr wohl noch vom Herdgott wahrgenommen wird, nicht mehr so sehrfürchten, denn er hat keinen direkten Zugang zum Jadekaiser. Er kann nur sei-nem direkten Vorgesetzten, dem Stadtgott berichten und dessen Tempel stehtnach der Kulturrevolution vielerorts leer.
Das Gleiche gilt für Hausgötter wie Kangfu und Kangmu ,,, Bettvater und Bett-mutter", welche im Norden den Kang, das heizbare Ziegelbett beschützen. Siemüssen heutzutage ihre traditionellen Opfergaben weitgehend entbehren,welche früher in Kuchen und Früchten, sowie Tee für den Bettvater undSchnaps für die Bettmutter bestanden. 53 Davon sind ebenfalls die neun Mut-tergöttinnen für gesunde Geburten, Schutz der Kinder, Bewahrung desAugenlichts aber auch die Göttin der Latrine betroffen. Bei großen und rei-chen Sippen existierte für die Ahnenverehrung ein eigener Ahnentempel.
Bettvater und Bettmutter.Neujahrsholzschnitt Norchina,30er Jahre des 20. Jh.
Zum himmlischen Schutz des Hauses gehören auch die Ahnen, welche in derHaupthalle des Gehöfts in Form von Ahnentäfelchen, Porträts, Photos, Eintra-gungen auf großen Rollbildern oder auch als Statuen vorhanden sind unddurch Verehrung und Opfer zum Wohle ihrer Nachkommen milde gestimmtwerden sollen. Ursprünglich müssen es Figuren gewesen sein, denn der bisheute wichtige Klassiker„, 24 Taten kindlicher Pietät" weiß von einer Episodeaus der Han- Zeit( siehe Abbildung) zu berichten, welche die Misshandlung sol-cher Ahnenstatuen durch die Ehefrau des Hausherrn zum Gegenstand hat. DieFrau stach die Statuen mit Nadeln, worauf Blut herausfloss. Nachdem derMann namens Ding Yi die Ursache herausgefunden hatte, verstieß er seinepietätlose Gemahlin. 54
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