terfiguren des Nonnenklosters von Lungfeng zu Brennholz und benutzten die-ses zu Fleisch zu kochen. Im Dungfu- Kloster im Süden des Kreises habenSchüler und Bauern gemeinsam mehr als 30 Holzgötzen verbrannt, und nurzwei Statuen des, Ehrwürdigen Bao' wurden von einem alten Bauern mit demAusruf, lästere nicht' an sich genommen."" 45
Was Mao Zedong nicht vorhersehen konnte, war, dass sich der„, EhrwürdigeBao" seit der Übernahme der KP Chinas durch Deng Xiaoping wiederumgroßer Verehrung erfreuen kann. Was Mao aber noch weniger vorhersehenkonnte, war, dass er selbst eine himmlische Karriere einschlagen würde.So wie bei anderen chinesischen Göttern begann Maos Kanonisierung bereitsbei Lebzeiten. Trotz seiner eindeutig religionsfeindlichen Haltung trafen dievon klassischen Heiligen her bekannten Kriterien auf ihn voll zu: seine Schrif-ten insbesondere das Rezitieren des kleinen roten Büchleins während derKulturrevolution- hatten auf die Leistungen der Bekenner wunderhafte Aus-wirkungen. So wie den Göttern wurden ihm in den einzelnen gesellschaftli-chen Einheiten wie Hausgemeinschaften, Behörden, Fabriken Huldigungstänzegewidmet. Dazu kam noch, dass wichtige Elemente aus dem Buddhismus undDaoismus übernommen wurden, welche als im Himmel zu honorierende" gute Werke" angesehen werden: die Verbreitung heiliger Schriften sowie dievon heiligen Bildern und Statuen. Wie man weiß, wurde auf beides währenddes maoistischen Personenkultes größter Wert gelegt. Maos Werke wurden inzahllosen Varianten in allen Weltsprachen gedruckt und ihre Verbreitung inund außerhalb Chinas wurde als wichtigste Aufgabe der revolutionärenFührung Chinas angesehen. Das Gleiche galt für die maoistische Ikonographie,welche sich in unzähligen Statuen, Bildern und Mao- Plaketten erging.Auf den Tod Mao Zedongs 1976 folgte im selben Jahr der Sturz der linksradi-kalen Viererbande" um Maos Witwe Jiang Qing und bald darauf war auchdie ,, Was immer- Fraktion"( Was immer Mao gesagt hat, ist richtig) ein Ver-satzstück der chinesischen Geschichte. Der Politiker Mao geriet einigermaßenins Abseits, was den Gott Mao nicht hinderte, sich mit der Zeit in ganz Chinazu manifestieren. Zuerst begann es mit den Taxifahrern und anderen Chauf-feuren und zwar im Süden, wo man immer schon einen stärkeren Hang zumÜbersinnlichen hatte als anderswo. Mao wurde zum Christophorus der Auto-fahrer, welche sein Bild verziert mit zwei Kordeln an den Rückspiegel ihresFahrzeuges hängten. Bald kursierten Geschichten von schrecklichen Karambo-lagen- leider bis heute in China an der Tagesordnung- bei denen bloß jene inwunderbarer Weise überlebt haben sollen, welche den Großen Vorsitzendenin ihrem Auto als Schutzgott hatten. Nachdem sich Mao also in dieser Hinsichtals nützlich vorgestellt hatte, wurden ihm weitere Funktionen zugeteilt. Das istfür chinesische Götter nicht unüblich. Guandi war zuerst Kriegsgott undagglomerierte später dazu die wichtige Funktion des Reichtumsgottes.
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