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Hilf Himmel! : Götter und Heilige in China und Europa
Entstehung
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Menschliche Parallelen im chinesischen Jenseits

Die vorher gebrachten Zitate machen deutlich, dass die Chinesen eine Reiheihrer spezifischen Eigenschaften und Anschauungen eins zu eins auf das Jen-seits übertrugen. Da ging es einmal um Statusdenken. Ein neuer jenseitigerFunktionär konnte natürlich nicht solo sein erwünschtes Wirken beginnen,sondern er brauchte Amtsräume und Untergebene.

Der daoistische Arzt Wu Dao( 979- 1035) fuhr der Überlieferung nach amhelllichten Tag mit seinem gesamten Haushalt inklusive aller Hühner undHunde in den Himmel auf. Die Dorfbewohner fertigten von ihm eine Statuean und stellten sie in den lokalen Tempel. Bald wurde Wu Dao wundertätigund manifestierte sich als Gott. Als solcher wurde er vom Jadekaiser, wie essich ziemte, mit einem Gefolge bedacht:

,, Er( der Jadekaiser) sandte als Untergebene einen unsterblichen Medizinbeam-ten namens Huang, den furchteinflößenden martialischen Gefolgsmann JiangSi shi, den perfekten Mann des grünen Tuches und zwei Pagen, die sechs DingGeneräle, welche starke Soldaten sind und das Böse austreiben, das MädchenQin, die Taiyi weibliche Ärztin zusammen mit dem Großen Botschafter, derzum Himmel fliegt." 27

Für den Himmlischen und sein himmlisches Gefolge waren daher in den ihmgewidmeten Tempeln und Hallen entsprechende Amtsräume zu schaffen. Eingutes Beispiel dafür lieferte bis in die vierziger Jahre der große dem Ostberg( Taishan) gewidmete Dongyue Tempel in Peking, dessen durch die Vielzahl vonhimmlischen Büros bedingte gigantische Ausmaße von Ann Swann Goodrichdokumentiert worden sind. Bis vor kurzem war das Gelände Sitz einer Einheitdes Sicherheitsministeriums und es ist nicht klar, ob in der ZwischenzeitRestaurierungspläne voll greifen konnten. 28 Immerhin deutet die vom Kultur-und Kulturgüterbüro des Bezirkes 1999 herausgegebene Broschüre über denTempel eine Entwicklung an.

Doch die Himmlischen haben auch Anspruch auf ein himmlisches Privatleben,welches sich ebenfalls nach typischen chinesischen Präferenzen gestaltet. Daist einmal die Vorliebe für das Essen. Von den erwünschten Todesarten steht inChina nicht zufällig der Tod beim Essen ziemlich weit oben. Doch auch nachdem Tod wollen die Himmlischen eine gute Kost nicht entbehren. KennethDean hat erforscht, was Dorfbewohner im Südosten Chinas sogar den Elterneines Lokalgottes aufzubieten bereit sind: Ziegen und Spanferkel, Fleischbrühemit 5 Würzen, Reis und Hirse, Fisch, Sanddatteln, Haselnüsse, Wasserkastani-en, Fuchsnüsse, Hirschfleisch, eingelegter Lauch sowie eingelegte Sellerie undBambus, Schweinsrippchen, Kaninchen mit Minze oder Hühnerkeulen mitMinze, Fischsauce mit Minze. 29

Da kann man sich vorstellen, was der Gott selbst zu tafeln pflegt. Außer Essen

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