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Hilf Himmel! : Götter und Heilige in China und Europa
Entstehung
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Weniger unveränderlich waren die Positionen der früher vor allem verehrtenGötter, des Herdgottes oder des himmlischen Jägers Erlang. Beide warenschon in der Han- Dynastie wichtige Götter und wurden nun durch den chine-sischen Kaiser, dessen Autorität sich auch auf das Jenseits erstreckte, degra-diert. Der Herdgott wurde der jüngste Sohn des Jadekaisers und Erlang garnur sein Neffe.5

Der Song- Kaiser Huizong hingegen wurde als der älteste Bruder des Jadekai-sers angesehen, welcher als eine Art Messias auf die Erde gekommen sei, umdie Menschheit zu erretten.6

Ebenso kaiserlichen Phantasien und Träumen ist der, dunkle Krieger" ZhenWu entsprungen, von dem früher in Peking nicht weniger als 40 Tempel exi-stierten. Zhen Wu, der Gott des Nordens geht auf Gedichte von Qu Yuan( über ihn siehe später im Text) sowie auf einen Traum vom Kaiser Zhenzongzurück. Politisch hat ihn Kaiser Zhu Di von der Ming- Dynastie sich zunutzegemacht, als er, der sich als Bauer und Mönch versucht hatte, behauptete, ersei eine Inkarnation von Zhen Wu. Um diese Behauptung zu unterstreichen,ließ er am Wudangberg zahlreiche daoistische Tempel errichten. Seinemmilitärischen Nimbus verdankt die berühmte Kampfkunstschule des Wudang-berges Entstehung und Ruf.?

Die meisten kaiserlichen Erlässe betreffend die Erhebung zur Ehre der( Opfer)-Altäre galten allerdings historischen Personen. Als ein Beispiel für die Bewilli-gung des Kultes und die späteren Rangerhöhungen durch den Kaiser sei hierdie Karriere des Gottes Guandi dargestellt.

Der Überlieferung nach ist er als Zhang Sheng im heutigen Shanxi auf dieWelt gekommen und war als Kind so unbändig, dass ihn schließlich seineerschöpften Eltern in ein Zimmer sperrten. Dort brach er durch das Fenster ausund hörte aus der Nachbarschaft Wehklagen. Auf seine Frage hörte er, dassdie junge hübsche Tochter des Hauses gegen ihren Willen die Konkubine desOnkels des lokalen Beamten werden sollte. Der junge Mann nahm kurzerhandsein Schwert und tötete Onkel und Neffen. Später schwor er Blutsbrüderschaftmit Liu Bei und Zhang Fei. Liu Bei wurde später König eines der drei Reiche, inwelche China im dritten Jahrhundert zerfallen war. Guandi starb schließlich inunwandelbarer Loyalität für seinen König. Nachdem er schon bald nach sei-nem Tode durch die Bevölkerung Verehrung erfuhr, schien es später auch demchinesischen Hof für angebracht, ihm die entsprechende Ehrerbietung zuerweisen. 1120 erhielt er während der Song- Dynastie den Titel Treuer Herzog,Kaiser Wen von der Yuan- Dynastie( 1330-1333) gewährte ihm den Titel Treu-er Gott, Helfer des Himmels und Schützer des Reiches. Noch zur Zeit der chi-nesischen Republik bestanden für Guandi in China 1600 Staatstempel undTausende von kleineren Tempeln. Wegen seines Patriotismus konnte er auch inrepublikanischen Zeiten seine Position bewahren, während eine Reihe anderer

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