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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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Schubladentruhe, Gschwendt

Skizze einer Truhe mit einer Schublade im Unterteil. In Detailzeichnun-gen werden die Füllungen der Truhe und eines Kastens hervorgehoben.Bleistift, aquarelliert, 264 x 350 mm

Hans Neumüller, monogrammiert HZN( Privatbesitz)

Auf der Vorderseite beschriftet: Brauneis, Gschwendt. No. 7, Deckelohne Füllung.<<

Schubladentruhe, Selbitz

Truhe mit einer Schublade im unteren Drittel und marmorierter Feldbe-malung.

Buntstift, 192 x 302 mm

Vermutlich Milly Niedenführ( Privatbesitz)

Auf der Rückseite beschriftet:» Truhe mit Lade, Selbitz, Ortsbes.<<

Zu den Vorläufern der Kleider- und Gewandkästen gehören auch diesogenannten Almer. 50 Diese Wirtschaftsschränke hatten im linken TeilLaden eingebaut und im rechten eine Türe, die über die Laden reichte,wodurch diese bei verschlossener Tür nicht geöffnet werden konnten.Bei dem von Helmut Deringer dargestellten Almer sind sogar dieLüftungsbleche der Türen zu erkennen[ Kat.-Nr. 82]. In der Mehrzahlwurden zwar zweitürige Kästen gezeichnet, doch es wurden aucheinige eintürige Objekte abgebildet, wie der Kasten aus Hypolz[ Kat.-Nr. 83]. Die Waldviertler Kästen weisen unterschiedliche Gesimsefor-men auf, die in der Mehrzahl gerade, konkav geschwungen oder nachoben gebrochen ausgeführt waren. Auch Eckabschrägungen an denVorderfronten waren beliebt. Die Techniken und Motive der Bemalungwaren ebenfalls variationsreich. Furniermalerei, Intarsienimitationen,Marmorierungen und einfaches Bandwerk wurden alleine und in Kom-bination mit floralen und ornamentalen Motiven für die Feld- undKorpusbemalung gewählt. Die Malereien sind schlichter als vergleichs-weise im benachbarten Oberösterreich, aber durchwegs bunt.Hier verdienen einige Möbel besondere Aufmerksamkeit, nicht auf-grund ihrer reichen Bemalung, sondern wegen der erhaltenen Ver-gleichsobjekte. Ein Kasten aus Pehendorf[ Kat.-Nr. 88] findet ein Ge-genstück im Heimathaus Bad Hall, dessen Herkunft aus dem Waldvier-tel zwar bestätigt wurde, genaue Ortsangaben jedoch nicht vorhandensind. 51 Die Bemalung ist jedoch nahezu ident. Erhalten blieben inRoiten neben einer Truhe auch zwei Kastenteile, die von Hans Deringergezeichnet worden waren. Von einem Kasten ist eine Hälfte mit der50 Klaus Beitl: Landmöbel. Salzburg 1976.

51 Czapka: Bauernmöbel" aus dem niederösterreichischen Waldviertel( wie Anm. 1).

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