Druckschrift 
Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

Katalog

Thematisch lassen sich die Blätter der Sammlung den BereichenBausubstanz( Dorfansichten, Haus- und Hofformen, Nebenbauten,Architekturdetails, Innenräume und-höfe, sakrale Bauwerke und Flur-denkmäler), Inventar( Hausrat, Mobiliar, Kinderspielzeug, Herd- undKüchengeräte), Landwirtschaft und Nahrung zuordnen. Von Bedeu-tung sind die genauen örtlichen Angaben zu den Abbildungen auf denBlättern. Außer dem Ort sind meist auch die Hausnummern und diedamaligen Besitzer der Objekte genannt.

Bei der Auswahl der Exponate für die Ausstellung im ÖsterreichischenMuseum für Volkskunde wurde darauf geachtet, unter ästhetischen undwissenschaftlichen Aspekten eine repräsentative Dokumentation vonWaldviertler Sachkultur zu zeigen. Für die volkskundliche Forschungsind die graphischen Aufnahmen von großer Bedeutung, da die Objek-te detailgetreu abgebildet wurden und daher wichtiges Quellenmaterialliefern.

Die handschriftlichen Erläuterungen zu den Objekten auf den Bildernwurden im Katalog wörtlich wiedergegeben und sind nicht als wissen-schaftliche Kommentare zu verstehen.

Siedlung, Haus und Hof

Die wenigen Dorfansichten stammen von Hans Neumüller. Im Sommer1940 fertigte er ein Aquarell von Utissenbach bei Zwettl an[ Kat.-Nr. 1].Die dreiseitig verbauten Hofanlagen stehen in lockerer Anordnung umden Dorfanger mit der Kapelle. Auf den umliegenden Feldern sind dieaufgestellten Getreidegarben zu erkennen. Aus dem Jahre 1942stammt das winterliche Dorfensemble mit einem in Blockbauweisehochgezogenem Wirtschaftsgebäude von Kleinpertholz[ Kat.-Nr. 2].Einer weiteren Darstellung einer Dorfstraße mit einem stattlichen Drei-seithof sind keine näheren Ortsangaben hinzugefügt worden[ Kat.-Nr. 3]. Die beiden Giebelfronten mit der dazwischenliegenden Tormau-er sind zur Straßenseite gerichtet. Die Schopfwalmdächer zeigen diecharakteristische Kombination von Stroh- und Schindeldeckung deswestlichen Waldviertels. Die unbelebte Dorfstraße und der bunte Blu-menschmuck in den Fenstern verleihen eine romantische und idyllischeAtmosphäre. Blumenstöcke in den Fenstern waren und sind aber auchheute noch durchaus üblich.

19