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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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Ochsengespann, Perwolfs

Mann mit blauem Schurz mit Ochsengespann im Gehöft.Aquarell, 265 x 360 mm

Hans Neumüller, signiert und datiert Hans Neumüller 1940( Privatbe-sitz)

Auf der Rückseite beschriftet:» Perwolfs Nr. 5.<<

Holzziehen mit Ochsengespann, Purrath

Zwei Ochsen ziehen einen Holzstamm.

Aquarell, 265 x 360 mm

Hans Neumüller, signiert und datiert Hans Neumüller 1940( Privatbe-sitz)

Auf der Rückseite beschriftet:» Weg nach Schwarzau<<.

Küche und Nahrung

Die Küche wurde bereits kurz angesprochen, soll hier aber im Zusam-menhang mit der Nahrungszubereitung und-konservierung näher be-trachtet werden. Milly Niedenführ schenkte diesem Thema ihr beson-deres Interesse. In Groß- Gundholz dokumentierte sie eine SchwarzeKuchl"[ Kat.-Nr. 54 und 55]. Auf dem Blatt aus dem Jahre 1942 schriebsie selbst, daß diese nur noch zum Backen und Selchen verwendetwerde. Auch das Schmalz wurde weiterhin in diesem Raum ausgelas-sen, um den Geruch vom Wohnbereich fernzuhalten. Das Kochen indiesen Rauchküchen, die ihren Namen durch die ruẞverschmutztenWände erhalten haben, war eine ungesunde Arbeit am offenen Herdin einem meist fensterlosen Raum. Die Rauchküchen lagen im allge-meinen hinter dem Hauseingang. Im Unterschied zur Rauchstubewurde darin nur gekocht und nicht gewohnt. Neben dem Brotbackenwurde in der Rauchküche auch das Fleisch geselcht. Man verwendetedafür einen sogenannten Selchsprudler, eine etwa 2 Meter langeStange mit überkreuzt gesteckten Querhölzern im oberen Bereich zumAufhängen des Fleisches oder Speckes, die in den Rauchfang gestelltoder gehängt wurde[ Kat.-Nr. 54 und 55].39 Angeblich wurde das Selch-fleisch am besten im Rauch von getrockneten Tannenzapfen. 40 Dasgeselchte Fleisch wurde in einem Fleischmantel aufbewahrt, von demMilly Niedenführ zwei Arten festgehalten hat[ Kat.-Nr. 56], eine truhen-förmige und eine aufgehängte, unten offene Ausführung. Das Brotwurde hingegen in der Brotleiter aufbewahrt. Dieses meist an derDecke hängende Gestell bestand aus zwei Längsstangen die in regel-39 Pöttler: Führer durch das Österreichische Freilichtmuseum( wie Anm. 21).40 Winiewicz: Späte Gegend( wie Anm. 3), S. 73.