Graphikserien der Künstlerin befinden sich seit 1950/51 im Besitz desNiederösterreichischen Landesmuseums und wurden 1976 erstmals ineiner Sonderausstellung in Schloß Greillenstein der Öffentlichkeit prä-sentiert. Das Gesamtwerk der Künstlerin besteht vor allem aus Kopienund Variationen ihrer eigenen Skizzenblätter in verschiedenen techni-schen Ausführungen( Bleistift- und Federzeichnungen, entweder mo-nochrom oder leicht koloriert). Ihr besonderes Interesse galt der Wald-viertler Küche und den vielen Details rund um Haus und Hof. Siearbeitete in den Orten Niederglobnitz, Ober- und Niederstrahlbach,Gradnitz, Syrafeld, Rudmanns, Friedersbach, Rastenfeld, Peygarten,Groß- Gundholz, Selbitz, Riebeis, Lembach, Kirchbach, Oberrabent-han, Rappottenstein, Bruderndorf, Stierberg, Harruck, Langschlag,Kainrathschlag, Kehrbach, Kleinpertholz, Thail, Pfaffings, Spielberg,Lichtenau und Traunstein.
In dem Brief, den sie 1942 an Arthur Haberlandt, den Direktor desÖsterreichischen Museums für Volkskunde schrieb, erwähnt sie auchHans Neumüller, der damals in Zwettl wohnte und ebenfalls graphischeAufnahmen durchführte. Sie arbeiteten gemeinsam für die Zeitschrift,, Waldviertler Heimat".
Hans Neumüller
Hans( Johann) Neumüller wurde am 6. Mai 1908 in Allentsteig geborenund übersiedelte später mit seinen Eltern nach Zwettl, wo er die Volks-und Bürgerschule besuchte. Nach seiner Maler- und Anstreicherlehrein Zwettl besuchte er 1935/36 die Kunstgewerbeschule am Stubenringin Wien( heute Hochschule für angewandte Kunst) und war im Som-mersemester 1937 Gastschüler an der Akademie der bildenden Künsteam Schillerplatz in Wien. Von 1938 bis 1945 arbeitete er als freischaf-fender Künstler in Zwettl. In dieser Zeit enstanden neben seinenvolkskundlichen Studienblättern auch seine sakralen Werke in denKapellen von Guttenbrunn und Mayerhöfen. In Zwettl schuf er imRundkarner der Michaelskapelle das figurenreiche Fresko des Jüng-sten Gerichtes. Von 1945 bis 1949 betrieb er in Zwettl eine Spezial-kunstwerkstätte. 1951 übersiedelte er mit seiner Familie nach Spiel-berg bei Traunstein, wo er 1953 an Lungenkrebs starb. Er zeigte seineWerke auf Ausstellungen in Wien, Gmünd und Zwettl. Seine tiefeVerbundenheit mit seiner Heimat brachte er in seinen Bildern zum
7 Walter Pongratz und Hans Hakala( Red.): Zwettl/ Niederösterreich, 1. Band: DieKuenringerstadt. Zwettl 1980, 2. Band: Die Gemeinde. Zwettl 1982.
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