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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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möglichten nur karge Erträge. Außerdem wirkten sich die späte Dau-erbesiedlung mit ihren neuzeitlichen Rodungsinseln und die schlechteverkehrsmäßige Erschließung auf die Kulturentwicklung aus. Wie be-reits ausgeführt, waren auch die Gebäude kleiner, meist eingeschossigbewohnt und hatten üblicherweise einen Wohn-, Koch- und Eẞzimmer-raum, in dem auch geschlafen wurde. Die Möbel waren vor allemzweckgebunden und demnach schlichter gehalten. Die Mehrfachnut-zung der Räume für Koch- und Wohnzwecke ist auch heute noch zufinden, allerdings steht statt der Betten jetzt meist nur ein Sofa( Diwan)oder ein Tagesbett zum Ausruhen im Raum. Durch die verbessertenHeizmöglichkeiten wird in den Nebenräumen geschlafen.

Die Darstellung einer mustergültigen Kleinbauernstube" von HansNeumüller[ Kat. 63 und 64] ist wohl doch sehr klischeehaft und farben-froh geraten. Wesentlich realistischer ist eine Stubenansicht aus Klein-meinharts[ Kat.-Nr. 65 und 66]. Die langen, an der Wand entlanglau-fenden Bänke gehörten zur üblichen Einrichtung, wie der Tisch in derEcke mit dem Herrgottswinkel. Anstelle der Schlafmöbel würde heutewohl ein Sofa oder ein Tagesbett stehen, ansonsten ist diese Form derEinrichtung durchaus noch in situ anzutreffen. Interessant ist auf demBlatt die Detailzeichnung eines Sessels mit dem Vermerk:, Wurde voneinem tschechischen Tischlermeister angefertigt". Über die Herstellerder Waldviertler Möbel ist nämlich wenig bekannt.

Die gemauerten Öfen sind heute meist durch emaillierte Sparherdeersetzt worden; es wird aber immer noch mit Holz geheizt. Gas- undElektroherde werden als zusätzliche Hilfsgeräte benützt. Holz war undist in den bäuerlichen Haushalten vielfach noch immer das billigsteHeizmaterial. Es liefert gleichzeitig Wärme zum Kochen und zumWohnen. Ein Teil der Kachelöfen hatte eine Herdplatte zum Kochen[ Kat.-Nr. 66 und 67], aber es gab auch die Form der bereits besproche-nen, Gucköfen"[ Kat.-Nr. 61 und 62]. Wesentlich beengter war dasRaumangebot in einer Keuschlerwohnung, wie sie von Hans Neumüllerin Antenfeinhöfe gemalte wurde[ Kat.-Nr. 68].

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Stubenensemble

Klischeehafte Darstellung einer Bauernstube mit Herrgottswinkel undbemalten Kästen.

Aquarell, 185 x 265 mm

Hans Neumüller, signiert Hans Neumüller( Privatbesitz)

Auf der Vorderseite beschriftet:» Mustergültige Waldviertler- Kleinbau-ernstube.<<

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