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Möbeln zuteil. Die allgemeine Bezeichnung„ Bauernmöbel“ für dieseGattung führt leicht zu Mißverständnissen, denn diese Möbel wurdenvon den Bauern weder selbst hergestellt noch bemalt. Sie wurden inHandwerksbetrieben gefertigt und standen in ländlichen, vielfach bäu-erlichen Haushalten in Verwendung. Der Terminus wurde zum Sam-melbegriff für eine Möbelgruppe, die sich nicht nur durch den Kreis ihrerurspünglichen Besitzer abgrenzt, sondern ebenso durch die Wahl desHolzes( vorwiegend Weichholz), der Form und Bemalung.Die Authentizität ließ sich bei den dargestellten Möbeln ebenfallsbestätigen. Im Zuge der Nachforschungen wurden die auf den Blätterngenannten Personen angeschrieben, insofern sie noch am selben Ortnachgewiesen werden konnten. Den zahlreichen Antworten war zuentnehmen, daß die meisten Objekte nicht mehr erhalten sind. Einigeder Befragten konnten sich an die beschriebenen Möbelstücke, dieaber bereits vernichtet oder verkauft worden waren, zumindest nocherinnern. In einem Bauernhaus in Roiten bei Rappottenstein konntebeim Sichten von Kastenteilen auch eine vollständig erhaltene Truhewiederentdeckt werden, die von Helmut Deringer in einer Aquarellskiz-ze festgehalten worden war. Die Kastenfragmente stimmten in ihrerBemalung ebenfalls genau mit den erhaltenen Darstellungen überein.Die getreue Wiedergabe der Objekte auf den Abbildungen läßt sichsomit bestätigen.
Die Fülle des Materials und noch erhaltene Vergleichsobjekte in Muse-en und Privatbesitz ermöglichen es, anhand der Malereimotive und derKonstruktionsformen regionale Stilelemente herauszuarbeiten.47 Dieschlichte Möbelmalerei des Waldviertels ist stilistisch verhältnismäßigselbständig und bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gebräuch-lich gewesen. Leopold Schmidt führte diesbezüglich an, daß dieseRegion überhaupt eine„ in sich weitgehend einheitliche Volkskultur-landschaft darstellt, die man vielleicht als die späteste Landschaft derMöbelmalerei ansprechen darf". 48 Die Datierungen auf den Objektenbestätigen die lange Tradition der bemalten Möbel in dieser Region.Die schlichten Konstruktionsformen und die einfache Bemalung resul-tieren aus den natürlichen und den historischen Gegebenheiten. DieBodenverhältnisse und die eingeschränkte Vegetationszeitdauer er-
46 Nora Czapka: Volkskundliche Möbelforschung im Waldviertel. Originalobjekte unddie Bedeutung von Bildquellen anhand von Studienblättern aus dem Bezirk Zwettl.In: Das Waldviertel, 41( 1992), S. 14-- 25.
47 Nora Czapka:„ Bauernmöbel" aus dem niederösterreichischen Waldviertel( wieAnm. 1).
48 Schmidt: Volkskunde von Niederösterreich( wie Anm. 22).
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