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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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Gegend des Grubenkrautes stammst, du würdest jetzt davonlaufen undalle Eẞlust würde dir vergehen, denn die Geschichte stinkt gräßlich." 45Eine wesentliche Verbesserung für die Hausfrau brachte die Einfüh-rung der Sparherde: der Rauch entwich durch Rohre direkt in denKamin und der Raum blieb rauchfrei. Eine interessante Variante derKüchenöfen ist der Guckofen. Ein geschlossener Ofen, in dem man beigeöffneten Ofentüren auf dem offenen Feuer kochen konnte. MillyNiedenführ hat ihrer Zeichnung eine ausführliche Beschreibung beige-fügt[ Kat.-Nr. 61]. Diese Art des Kochens dokumentierte auch HansNeumüller in einem Aquarell[ Kat.-Nr. 62]. Er malte den Ofen mitgeöffneter Türe und brennendem Feuer. Auf dem Blatt weist er nichtnur auf die Wiegenkacheln des Ofens hin, die er in einer Detailzeich-nung hervorhebt, sondern beschreibt auch den Vorgang des Kochenskurz. Die Waldviertler Küchenräume waren meist zugleich Wohn- undSchlafraum und keine reinen Wirtschaftsküchen. Auf den Darstellun-gen von Zimmerensembles mit Möbeln wird darauf noch näher einge-gangen.

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, Schwarze Kuchl", Groß- Gundholz

Darstellung einer nicht mehr in Verwendung stehenden Rauchküche miteinem Selchsprudler.

Feder, laviert, 305 x 440 mm

Milly Niedenführ, monogrammiert und datiert MN 1942( ÖMV Inv.-Nr. 45.800)

Auf der Vorderseite beschriftet:» Schwarze Kuchl im Waldviertel. Ein-gang dem Haustor gegenüber, durch das Vorhaus. Am linken Bildrandkleiner, viereckiger Rauchabzug des Zimmerofens. Links oben Öffnungdes Tonnengewölbes zum Rauchfang. In diese Öffnung hineinragendder Selchsprudler, auf welchem Fleischstücke zum Selchen und da-nach zum Aufbewahren gehängt werden. An der Wand lehnend links:die Kruken"( Aschenkrüke) zum Herausholen von Asche, Glut, Ruß ausdem Backofen. Daneben die Schußschaufel( aus Holz wie die Kruken)zum Einlegen des Brotes in den Backofen.

Mauernische mit Topf. Davor die niedrige Herdstelle, die ehemals zumHalten des offenen Feuers diente, Tonnengewölbe, dessen Rauchab-zug sich niemals über dem Herd befindet. An der Wand rechts lehnt derBack- oder Ofenwisch( aus Tannenreisig), in kaltes Wasser getaucht,dient er zum Auskehren des Backofens. Daneben in der Wand dieBackofentür. Davor auf dem Boden stehend flache muldenförmigeHolzschale zum Aufnehmen von Asche, Glut, Ruß aus dem Backofen.--

45 Karl Kramler: Grubenkraut und Saumoasn. In: Das Waldviertel, 4( 1941), S. 15-- 17,hier S. 15.

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