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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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,, Ausnehmerstübl" unterscheidet sich dabei meist vom breiteren Haus-stock in seiner Größe.

Im südwestlichen Teil des Waldviertels insbesonders gegen denWeinsberger Wald liegt das Hauptverbreitungsgebiet der Vierseithöfe.Bei diesem Hoftypus sind alle vier Hofseiten mit Gebäuden umstellt,die aber keiner streng festgelegten Anlageform folgen. Hans Neumüllerzeichnete in Marchstein ein Ensemble[ Kat.-Nr. 14], bei dem alle vierHofseiten verbaut sein dürften. Durch Verbauung der Tormauer kommtes mitunter zur Ausbildung sekundärer Vierseithöfe. 17 Neben denverschiedenen Formen von Drei- und Vierseithöfen findet man imwestlichen Waldviertel aber auch eingestreute Kleingehöfte. Es handeltsich dabei um einfache Haken- und Streckhoftypen und um Kleinfor-men des Dreiseithofes. Vor allem in Gebieten neuzeitlicher Rodungs-inseln findet man solche Kleinformen von Gehöften, die nur mit einerkleinen Landwirtschaft ausgestattet sind. Ihre Bewohner gingen meisteinem Nebenerwerb in der Glaserzeugung, Steinmetzerei oder Wald-wirtschaft nach. 18 Die zerstreut liegenden, oaschichtigen" Einzelge-höfte außerhalb der Siedlungen nennt man Waldhütten. 19

Holz und Stein stellen für das Waldviertel gleichermaßen wichtigeBaustoffe dar, wobei in dieser waldreichen Gegend der Holzbau fürWohn- und Wirtschaftsgebäude früher vermutlich dominierte. HölzerneScheunen( Stadel") oder Schuppen( Schupfen) sind noch vielfachanzutreffen. Die alte Blockbauweise erkennt man bei einem Haus inStierberg, welches Milly Niedenführ festhielt[ Kat.-Nr. 4]. Nach ihreneigenen handschriftlichen Angaben auf der Bleistiftvorzeichnung han-delt es sich dabei um ein Gebäude mit einer Rauchstube. Es blieb aucheine Tuschreinzeichnung von diesem Objekt erhalten. Bei dem vonHans Neumüller in Kronegg aufgenommenen Blockhaus wird diedurchaus gebräuchliche Ausführung des Unterbaues als Steinmauer-werk ersichtlich[ Kat.-Nr. 5]. Bei dem Gebäude in Kleinpertholz ist aufdiese Kombination von Holz- und Steinbauweise bereits hingewiesenworden[ Kat.-Nr. 2]. Neumüller verewigte in Dietrichsbach im Weins-berger Wald ein von ihm als Steinhäusl bezeichnetes Objekt[ Kat.-Nr. 6]. Auf dem Blatt erklärt er diese besondere Bauform als Gebäude,

17 Ebda., S. 46.

18 Ebda. Thomas Winkelbauer: Von Hüttenmeistern und Glasmachern, Aschenbren-nern und Fluẞsiedern. Zur Geschichte der Glaserzeugung im böhmisch- österreichi-schen Grenzgebiet vom späten 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert. In: Das Waldviertel,41( 1992), H. 3, S. 225-- 252.

19 Heinrich Rauscher: Volkskunde des Waldviertels. In: Eduard Stepan( Hrsg.) DasWaldviertel, Bd. 3( Volkskunde), Wien 1926, S. 1-- 116.

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