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Waldviertler Heimat-Bilder : Studien zur Sachkultur vor 50 Jahren ; Sonderausstellung mit Werken von Milly Niedenführ, Hans Neumüller, Helmut Deringer, Franz Bilko und Friedrich Stadler ; Katalog
Entstehung
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festgehalten, den Wirtschaftsteilen wurde hingegen weniger Beach-tung geschenkt. Teilweise wurden aber auch gesamte Hofkomplexefestgehalten. Vorwiegend handelt es sich dabei aber um größereAnwesen. Die abgebildeten Objekte lassen bereits erkennen, daß dasWaldviertel keine geschlossene, für sich selbständige Gehöftland-schaft nach volkskundlichen Idealvorstellungen bildet. Vielmehr sinddie unterschiedlichsten Formen von Mehrseithöfen und kleineren Ein-zelgehöften anzutreffen. Im westlichen Teil dominieren aber doch dieDreiseithöfe. 15 Elisabeth Tomasi spricht vom klassischen Gebiet desDreiseithofes innerhalb Österreichs. 16 Diese sind kleiner als jene desangrenzenden Mühlviertels, nur eingeschoßig und nicht geschlossenund firstgleich überdacht. Die Gehöfte stehen sowohl in Dorfverbändenals auch in Einzellage und sind von unterschiedlicher Größe. DieDreiseithöfe weisen häufig zwei Giebel auf. Die beiden Giebelfrontensind nicht immer symmetrisch gestaltet. Bei kleineren Gehöften mit nureinem Wohntrakt befindet sich im gegenüberliegenden Teil statt derAusnehmerwohnung( Ausgedinge) ein Wirtschaftsgebäude. Die da-zwischenliegende unverbaute vierte Seite ist mit einer Tormauer abge-schlossen in der sich ein großes Einfahrtstor und ein bis zwei kleinereTüren, die sogenannten Gehtürln, befinden[ Kat.-Nr. 18 bis 20]. Beikleineren Dreiseithöfen gibt es oft nur ein großes Tor, in das meist einekleine Eingangstüre eingearbeitet ist[ Kat.-Nr. 17]. Durch das Hoftorgelangt man über den Innenhof zu den traufseitig gelegenen Hausein-gängen. Die Tormauer mit den beiden Giebelfronten ist des öfterenarchitektonisch repräsentativ gestaltet. Ein von Milly Niedenführ ge-zeichneter Dreiseithof wird von ihr als typischer Waldviertler Bauern-hof" bezeichnet, der Aufnahmeort ist von ihr aber bedauerlicherweisenicht angegeben worden[ Kat.-Nr. 8]. Bei der Darstellung sind dieTormauer, das Schopfwalmdach mit Stroh- und Schindeldeckung, dieGiebelzier mit Wetterfahne und die gekreuzten Windbretter des Wirt-schaftsgebäudes zu erkennen. Helmut Bilko dokumentierte solcheTormauerhöfe in den Ortschaften Kleinhaselbach[ Kat.-Nr. 18], Söllitz[ Kat.-Nr. 19 und 20] und Dietreichs[ Kat.-Nr. 21]. Er benennt die beidenWohnteile auf einer der Zeichnungen als, Hausstock" und Ausnehmer-stock", wobei es sich bei letzterem um das Ausgedinge handelt. Das

15 Adalbert Klaar: Die Hausformen des Waldviertels. In: Eduard Stepan( Hg.) DasWaldviertel, Bd. 7( Geschichte), Wien 1937, S. 334-- 350. Elisabeth Tomasi: Histo-rische Gehöftformen. In: Österreichischer Volkskundeatlas, 6. Lieferung/ 1. Teil( 1977), Blatt 96, 97, 98, S. 1-- 136.

16 Elisabeth Tomasi: Die traditionellen Gehöftformen in Niederösterreich.(= Wissen-schaftliche Schriftenreihe Niederösterreich. Nr. 75/76), Wien-- St.Pölten 1984.

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