Haus und Stall aus. Dem Vieh, für das man insbesondere den hl. Leonhard um Segen bittet,verabreicht man die" Maulgabe", Brot, Salz und geweihte Palmkätzchen. Dem Schutz deshl. Florian oder des drachentötenden Georg vertraut man das Haus an. Wem diese Heiligenzu wenig sind, der ruft gleich alle 14 Nothelfer an. Die Chinesen haben dafür die 8Unsterblichen zur Hand.
Um das Unheil vom Haus fernzuhalten, steckt man Palmzweige oder Birkenreisig, dasdie Fronleichnamsprozession säumte, in den Herrgottswinkel oder hängt ein Sonnwendkranzlaus Pflanzen, die man an diesem Tag pflückte, an Türen und Fenster. ApotropäischeWirkung erhofft man aber auch von gekreuzten Pferdeköpfen(" Roßgoschen"), vondrachenförmigen Wasserspeiern, Türklopfern und Schloßblechen.
Da es sich laut Ingeborg Weber- Kellermann( Das Weihnachtsfest, 1978) beim Schenkenum ein anthropologisches Grundgesetz handelt, das auf Gegenseitigkeit berüht, wundert esnicht, daß wir es in allen Kulturen finden. Das Schenken, dessen Normen rechtlich oderzumindest gewohnheitsmäßig festgelegt sind, dient vor allem der Kommunikation. In Chinawerden die Kinder beim Frühlingsfest beschenkt, bei uns ist der Haupttermin Weihnachten.Diese Sitte entwickelte sich jedoch erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die Pflicht zumSchenken kommt in der Regel den Paten zu, die mit der Übernahme der Patenschaft auchdie Verpflichtung zum Schenken auf sich nehmen. Ihnen obliegt es, das Kind zu bestimmtenAnlässen im Jahres- und Lebenslauf mit den von der Sitte vorgeschriebenen Gaben zubedenken. Der Pate oder die Patin kauft das Taufkleid und legt einen Tauftaler in dasSteckkissen. Zu Ostern gibt es neben Ostereiern- ein neues Kleidungsstück und zurFirmung eine Uhr. Zu den traditionellen Geschenken sind die verschiedenen Gebildbroteund Gebäcke zu zählen, die zu den jeweiligen Jahresterminen den Kindern gegeben werden.Bekanntlich treten an die Stelle der Paten aber auch Maskengestalten. Aufgrund seinerLegende ist es zunächst vor allem der hl. Nikolaus, der die Geschenke entweder persönlichüberbringt oder über Nacht einlegt. Mit der Verlagerung des Schenktermins auf Weihnach-ten wandelte er sich über den Knecht Ruprecht zum Weihnachtsmann bzw. lief ihm dasChristkind den Rang ab. Durch diese gedachten oder maskiert auftretenden Gestalten wirddas Schenken zu einem einseitigen pädagogischen Vorgang, den man von einem entspre-chenden Wohlverhalten abhängig macht. Zur Unterstützung bei den katechetischen odererzieherischen Maßnahmen läßt man auch die verschiedenen Schreckgestalten auftreten,unter denen sich oft neben den Teufeln die Habergeiß befindet. In den mittelalterlichenLasterlehren gilt der Bock als Symbold der Geilheit und Unzucht. Sein Anblick soll denMenschen warnendes Beispiel sein. Auch die Bercht mit ihrem ambivalenten Erscheinungs-bild erfüllt eine ähnliche Funktion. Ihr obliegt vor allem die Kontrolle des Arbeitseifers undder Reinlichkeit.
Damit ist freilich nur ein Wesenszug der Maskierung angedeutet. Ihr Spektrum reichtvon der bloßen Personifizierung des Kalendertermins, über die Verkleidung des Schauspie-lers bis zum Außersichtreten im Fasching und zur völligen Verwandlung im Kult. Sie kannaber auch bloẞ Dekor sein oder ein Mittel zur Steigerung der Exotik Glossar ::: zum Glossareintrag Exotik bei diversen Umzügen.
Die Gegenüberstellung von chinesischen Masken des Exorzismustheaters mitalpenländischen Perchtenmasken, von Löwentänzern mit einem Tresterer, von Mond-kuchen mit Gebildbroten kann zwar deutlich machen, daß es sich hiebei um allgemeineanthropologische Phänomene handelt, ihr Bedeutungsinhalt läßt sich jeweils aber nur ausihrem kulturellen Kontext erschließen. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Gegen-überstellungen von chinesischen und österreichischen Scherenschnitten, von Sorghum-stroharbeiten mit österreichischen Stroharbeiten, von Porzellan und Fayencen, von
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