Druckschrift 
Herdgott und Habergeiss : Leben und Brauch in China und Österreich ; ein Vergleich in Bildern und Sachen ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung Wien
Entstehung
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Jesu regelmäßig am 24. Dezember begangen, das sind genau 9 Monate nach MariaVerkündigung( 25. März). Die Nächte zwischen Christi Geburt und Drei König gelten alsheilig und werden als" die Zwölften" bezeichnet. Das altgermanische Julfest, das zurWintersonnenwende begangen wurde( heute bezeichnet Jul in Skandinavien dasWeihnachtsfest), umfaßte den Zeitraum vom 6. Dezember bis 6. Jänner. Es war ein Fest desSchlachtens und Trinkens( wie bei den Saturnalien) und ein Fest des Lichtes. Man ist dahergeneigt, viele Bräuche der Mittwinterzeit, insbesondere die Perchtenbräuche, darauf zu-rückzuführen. Ähnlich wie zu Ostern ist dem Weihnachtsfest eine Bußzeit, der Advent,vorgelagert.

Seit dem 3. Jahrhundert verbreitete sich in der christlichen Gemeinden der Brauch, dasGedächtnis an die Märtyrer und Heiligen mit Gottesdiensten zu feiern. Diese Termine bilden- zusammen mit den Marienfesten- den Heiligenkalender. Das Dreifaltigkeitsfest oderFronleichnam sind als Ideenfeste anzusehen. Mit ihnen wollte man im Mittelalter bestimmteThemen der christlichen Lehre den Gläubigen nahebringen.

Im jährlichen Festkalender nehmen auch politisch- bürgerliche Gedenktage wie der 1.Mai, der Nationalfeiertag oder der Muttertag eine wichtige Rolle ein. Von ihnen sind dieFeste des Lebenslaufes zu unterscheiden, die die wichtige Stationen im Leben wie Geburt,Taufe, Firmung, Schulabschluß, Hochzeit und Tod hervorheben.

Ritus und öffentliche Bildgebärde

Wie Arnold van Gennep in seiner epochalen Arbeit über" Les rites de passage", Paris1909. feststellte, bedient man sich in allen Gesellschaften ritueller Handlungen undöffentlicher Bildgebärden, um den Übergang von einem Zustand in einen anderen, etwa denvom Knaben zum Jünglich oder den der Braut zur Frau, zu markieren. Was in dem einen Falldie diversen Initiationsriten darstellen, kommt im anderen Fall durch die Abnahme desBrautkranzes und der folgenden Behaubung zum Ausdruck. Ein Vorgang der im Sprichwort" unter die Haube kommen" weiterlebt.

Abschieds-, Übergangs- und Aufnahmebräuche begegnen uns auch bei den Wende-punkten des Jahreszyklus. Die Sonnenwenden im Sommer und Winter, also jene Punkte imJahreslauf, an denen die Sonne ihren höchsten bzw. tiefsten Stand überschreitet, begeht manetwa mit symbolischen Lichter- und Feuerbräuchen. Die Lichtheilige Lucia markiert z.B.noch die alte Wintersonnenwende vor der Gregorianischen Kalenderreform.

Obwohl der traditionelle Beginn des Neujahres in China auf einen anderen Termin fälltals bei uns, wird er da wie dort mit Lärm und Feuerwerken begrüßt. Man wünscht einanderalles Gute und beschenkt sich mit Glückssymbolen. Mit Hilfe von Orakelbräuchen( Blei-gießen, Hütlheben) möchte man an den Schwellen des Jahres die Zukunft erfragen und dasSchicksal günstig stimmen. In diesem Zusammenhang ist auf den chinesischen Brauch zuverweisen, den Neujahrsspeisen, den" Jiaozi", Geldstücke oder Erdnüsse beizufügen, diedem Finder im neuen Jahr Glück verheißen. In Europa findet sich dazu eine Entsprechungim" Bohnenkönig", zu dem derjenige ernannt wird, der zu Drei König im Kuchen eineGlücksbohne zugeteilt erhält. Dieser Brauch, der von der Schweiz bis England verbreitet istund sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen läßt, soll angeblich auf die römischenSaturnalien zurückgehen, die ebenfalls um die Mittwinterzeit durch ausgelassene Gelagegekennzeichnet waren.

Zu Drei König schreibt man mit geweihter Kreide C+ M+ B an die Türen und räuchert

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