Langlebigkeit), ein Wortspiel für fu- shou- lan- ling' Fledermaus, Kürbis, Orchis, Pilz'=' Glück und langes Leben mögen erst im höchsten Alter( ling= 90 Jahre) ihr Ende finden"". 48
An hohen runden Geburtstagen wurde der Hof mit Matten überdacht und den zahlreichenGästen wurden lange Theater- und Schattenspielaufführungen geboten, in dem meistens derGott des langen Lebens eine besondere Rolle spielte, dem aber auch separat noch geopfertwurde.49 An den Geburtstagsbräuchen hat sich am Lande wenig geändert. Abgesehen davon,daß man sich heute wohl keine Särge mehr schenkt und sich eine Bauernfamilie heute zueinem hohen Geburtstag höchstens eine Schattenspieltruppe leisten könnte. In der Stadtscheint man unter dem wachsenden westlichen Einfluß und im Zeichen des Verwöhnens derEinzelkinder zum regelmäßigen Feiern des Geburtstages überzugehen.50
D. TOTENBRÄUCHE
Die von der konfuzianischen Pietät geforderten Trauerzeremonien nach dem Tod derEltern waren noch im vorigen Jahrhundert wesentlich einschneidender und komplizierter.Herbert Giles berichtet darüber in seinen" Chinesischen Skizzen": 51
" Von allen ihren so hoch gehaltenen Zeremonien beobachten die Chinesenkeine mit größerer Genauigkeit als die, welche mit dem Tode und der Trauerzusammenhängen. Kürzlich hat der Gouverneur von Kiangsu wegen desTodes seiner Mutter den Abschied genommen und wird drei Jahre lang keinAmt bekleiden können. Er rasiert sein Haupt nicht hundert Tage lang. 49Nächte schläft er in einem hänfenem Gewande, das Haupt auf einen Steingestützt, ausgestreckt auf der harten Erde neben dem Sarge, welcher dieReste derjenigen umschließt, die ihm das Leben gegeben hat. Kniend wird erdemütig vor Freunden und Verwandten beim ersten Zusammentreffen nachdem Trauerfall den Kotau machen- ein schweigendes Zugeständnis, daß nursein eigener Mangel an kindlicher Liebe es war, der seine heißgeliebte Mutterfrühzeitig ins Grab gebracht hat."
Aber auch noch zum Ende dieses Jahrhunderts ziehen sich die Abschiedszeremonienfür die Verstorbenen über viele Tage, ja Monate hin. Nach dem Tod müssen die Hinter-bliebenen sofort die nächsten Verwandten und Freunde verständigen, welche in demTrauerhaus zusammenkommen, um den Toten ein letztes Mal zu sehen und die Totenklageanzustimmen.52 In den Bauernhäusern, welche noch über die traditionelle Empfangshalleverfügen, wird der Sarg dort aufgestellt. Nach der Sitte sollte jeder Teilnehmer an derTrauerfeier dem Hauptleidtragenden für den Toten eine Gabe mitbringen, wobei" große"und" kleine" Geschenke unterschieden werden." Große Geschenke" sind seidene Banner,welche eine Widmung an den Verschiedenen und den Namen des Gebers tragen, Opferpapierund aus Papier nachgebildete Silberbarren. Die" kleinen Geschenke" bestehen aus neunBündeln langer Räucherkerzen, zwei Bündeln Opferpapier, zwei weißen Wachskerzen undeinem Packen papierener Silberbarren. 53 Die Sitte, seidene Banner zu schenken, hat sich inden chinesischen Dörfern bis heute erhalten. Dazu kommen Papierkränze mit Widmung-sschleifen.
Während der auf den Tod folgenden nächsten drei Tage fährt die Seele aus und suchtzuerst im nächsten Erdgottempel Zuflucht. Eine Art Zeremoniär der Totenriten, der" Meister von Unter- und Oberwelt" schreibt eine vorläufige Seelentafel auf weißen Kartonoder Holz. Darauf sind der Name des Toten und eine Kurzfassung seines Lebenslaufes zu
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