Bodhisattva und unten mit dem Mondpalast und dem Jadehasen.84 Dazu kamen ein tönernerHase, Bohnenranken als Hasenfutter, ein Bäumchen und die Mondkuchen.85 Die Opfer-gaben an den Mond mußten rund sein. Neben den Mondkuchen waren es vor allem Melonen,Äpfel, Pfirsiche und Weintrauben. Die runden Mondkuchen symbolisieren nicht nur denMond, sondern auch, daß die ganze Familie beisammen ist. Das Mondfest ist also wie auchdas Frühlingsfest ein Fest der Familienvereinigung. Frauen, die sich bei ihren Elternbefinden, müssen gemäß der chinesischen Tradition am Tag des Mondfestes zur Familieihres Mannes zurückkehren.87
Zur Zeit der Yuan- oder Mongolendynastie erlangten die Mondkuchen eine blutigeBedeutung. Man benutzte sie damals als Nachrichtenträger. Mit eingebackenen Botschaften" Töte heute Nacht den Mongolen in deinem Haus!" wurde zu einem Aufstand aufgerufen,welcher schließlich im Sturz der Yuan- Dynastie endete.88
Da der Mond das weibliche Prinzip verkörpert, waren es ausschließlich Frauen, welchevor dem improvisierten Altar Kotau machten und Weihrauchstäbe anzündeten. JungeMädchen benützten diese Nacht gerne für ein Orakel. Sie stellten sich mit Weihrauch-stäbchen zum Hoftor, sprachen einen Wunsch aus- oft war es eine Frage nach ihremzukünftigen Bräutigam- und lauschten. Die ersten Worte, welche sie von zufällig Vor-übergehenden erhaschen konnten, sollten ihnen Antwort geben.89
In der Provinz Fujian wurde, wenn während der letzten 12 Monate im Haus ein Kindgeboren worden war, eine Puppe gekauft und in der Mittherbst- Nacht der Name des Kindesdaraufgeschrieben. Von da an war die Puppe ein Doppelgänger des Kindes, vertrat es beiverschiedenen häuslichen Zeremonien und wurde sogar mitbegraben, wenn das Kind vorErlangung der Reife( 16 Jahre) starb.⁹0
Auch heute noch versammelt sich die Familie zum Mondfest. Verwandte und Freundebeschenken sich mit Mondkuchen und Melonen. Man genießt den Anblick des Mondes,trinkt ihm zu und auch die Tradition, dem Mond bei dieser Gelegenheit Verse zu widmen,ist noch vorhanden. Einer der Dichter, welche den Mond am häufigsten besangen, war derTang- Dichter Li Bai( Li Taipe):
" Man hebt den Becher, den Mond zu grüßen.
Zu dritt sind wir zusammen mit meinem Schatten".91
2. Die Feste in den Jahren der chinesischen Bauern
A. Schwangerschaft und Geburt
Denkt man an die sonstigen chinesischen Verhaltensweisen so ist nicht weiter ver-wunderlich, daß auch im Stadium der Schwangerschaft darauf zu achten ist, die bösenMächte fernzuhalten. Im ganzen Reich war es üblich, Metallgegenstände am Bett aufzuhän-gen und für einen Abwehrzauber zu verwenden. Dabei konnte es sich um Münzen,Metallspiegel, Messer oder Scheren handeln. Besonders beliebt war ein aus Kupfermünzenzusammengesetztes Schwert,' welches man auch heute noch in den Läden der verschiedenenChinatowns des amerikanischen Kontinentes angeboten findet. Der Tradition entsprichtauch das Aufhängen eines Tigerfells oder das Anbringen von Papierschnitten, welche wildeTiere darstellen. Dazu kommt das Aufhängen roter Pfefferschoten am Türrahmen.² Trächtige
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