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Herdgott und Habergeiss : Leben und Brauch in China und Österreich ; ein Vergleich in Bildern und Sachen ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung Wien
Entstehung
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das Laternenfest belegt und steht mit der Lockerung des sonstigen nächtlichen Ausgeh-verbots in Zusammenhang. 23 Schon damals waren die Laternen bereits auf einem hohenkünstlerischen und technischen Stand. Spätestens in der Han- Dynastie gab es die" Ma- qi-deng". Bei dieser Laterne wurde mittels eines durch Warmluft angetriebenen Zylinders derEindruck laufender Pferde erzeugt. 24 Unter dem Tang- Kaiser Xuan Zong wurde 713 zumLaternenfest nicht nur die Ausgangssperre für die Stadtbewohner aufgehoben, sondern derBevölkerung wurde Zutritt in den Palast gewährt. Vor dem Palast stand ein Gerüst, an demfünfzigtausend Laternen brannten. Während der Song- Dynastie( 960-1279) sind die For-men der Laternen noch vielfältiger geworden. Es gab solche aus Glas oder sogar Jade, mitBemalung, Laternen, die Berge nachahmten, Pagoden oder sogar Drachenboote.25

Während der Ming- Dynastie( 1368-1644) wurde die Dauer des Laternenfestes aufzehn Tage ausgedehnt. Während dieser und der darauffolgenden Qing- Dynastie( 1644-1911) wurde es üblich, das Fest durch ergänzende künstlerische Darbietungen nocheindrucksvoller zu gestalten. Dem Zauber und der Vielfalt von Frühlings- und Laternenfestist allerdings während der Zeit der Kulturrevolution( 1966-1976) ein jähes Ende bereitetworden. Die alten Bräuche wurden abgeschafft oder aber total verändert. Eine Kindermalereiaus jener Zeit, die im Archiv der Associazone Italia- Cina aufbewahrt wird, gibt unter denTitel" Neue Bräuche bei traditionellen Festen" über das damalige politische Wunschmodelldeutlich Auskunft.26 Fröhlich und unbeschwert ist auf diesem Bild lediglich ein ganz kleines- zum Arbeitseinsatz offensichtlich noch nicht verwendbares- Kind, welches zwei bläẞlicheLuftballons in der Hand hält. Die anderen Dorfbewohner, ob groß oder klein, sind ganz imEinklang mit den auf Hauswänden und Fahnen angebrachten Parolen hektisch damitbeschäftigt, Dünger zu karren, Mist zu sammeln oder ihre Verbundenheit mit der Produktionzumindest dadurch zum Ausdruck zu bringen, indem sie dem entschlossen dreinblickendenBrigadeleiter ein gutes neues Jahr wünschen.

Die auf den Tod Mao Zedongs folgenden Veränderungen in China führten zu einerneuen Bewertung der traditionellen chinesischen Bräuche und Feste und man wollte diesauch dem Ausland zeigen. 1978 verbrachte ein Korrespondent der chinesischen Nachrich-tenagentur das Neujahrsfest in einem Dorf der Provinz Shandong. Der Bericht, welcher dannauch ausländischen Medien zur Verfügung gestellt wurde, enthält unter anderem folgendePassagen: 27"... Die Menschen putzten geschäftig ihre Ziegelhäuser und schmückten dieWände im Inneren des Hauses mit schön ausgeführten Neujahrsbildern... Das eigentlicheFest begann am Neujahrsabend, als sich die ganze Familie bei einem prachtvollen Essenzusammenfand... Ich wurde am frühen Morgen des 28. Jänner durch die ohrenbetäubendeExplosion eines Feuerwerks geweckt und sah, wie die Menschen in den Häusern Kerzenanzündeten, um das Neue Jahr zu begrüßen. Dann setzten sich die Familien zu einem" jiaozi"-Frühstück- Knödeln gefüllt mit Hackfleisch und Gemüse- einer traditionellenDelikatesse für die Menschen aus dem Norden Chinas. Anschließend zogen sie ihreFesttagskleider an- Frauen und Kinder mit farbfrohen Blumenmustern zogen von Tür zu Türund wünschten ihren Nachbarn" Glückliches Neujahr! Ein alter Brauch sagt, daß alle bösenGedanken zwischen den Menschen verschwinden und freundschaftlichen Gefühlen Platzmachten, wenn sie sich an diesem glücklichen Tag treffen und begrüßen... Am dritten Tagklarte das Wetter auf, die Menschen gingen zu Tausenden in die Oper, zu Löwentänzen, zumStelzengehen, zu Schwerttänzen und Feuerwerken, welche in den Dörfern des Liangshan-Gebietes abgehalten werden. Die Festlichkeiten dauern noch 14 Tage bis die Ferien zu Endesind und die Frühlingsaussaat beginnt."

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Der Sturz der sogennanten" Viererbande", welcher das Ende der Kulturrevolution