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Herdgott und Habergeiss : Leben und Brauch in China und Österreich ; ein Vergleich in Bildern und Sachen ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung Wien
Entstehung
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HERDGOTT

UND HABERGEISS

Leben und Brauch in China undÖsterreich

Ein Vergleich in Bildern und Sachen

Vor 120 Jahren trat der Vertrag über die Aufnahme offizieller Beziehungen zwischendem österreichischen und dem chinesischen Kaiserreich in Kraft. Die Unterzeichnung fandzwar schon 1869 statt, doch fehlten damals günstige Verkehrsverbindungen zwischenChina und Wien. Und so konnten erst am 27. November 1871 in Shanghai die Ratifikati-onsurkunden ausgetauscht werden. Seit damals sind die beiden Staaten und ihre Hauptstäd-te einander nähergekommen- schließlich gibt es seit 20 Jahren auch diplomatischeBeziehungen zwischen Österreich und der VR China.

Jubiläen sind immer wieder eine Übung, die es möglich macht historische Prozesse zureflektieren, ein Anlaß, Ereignissen zu gedenken, die beteiligten Institutionen und derenRepräsentanten ins Rampenlicht zu rücken. So habe ich es mit Freude zur Kenntnisgenommen, daß Museum für Volkskunde und Österreichisch- chinesische Gesellschaft sichvorgenommen haben, das Jubiläum der offiziellen Beziehungen beider Länder mit einerAusstellung zu feiern, welche Leben und Brauch der sogenannten einfachen Leute zeigt.Denn letztlich ist es das Menschliche, das die Verbindung schafft, das Entfernungenwirklich überwindet. Ein Beispiel ist für mich jener Chinese, der dem Sohn des von Naziserschlagenen Besitzers des Nestroy- Kinos das Leben rettete, indem er ihn für sein Kindausgab. Gibt es eine bessere Symbolfigur für eine beispielhafte Haltung von Österreichernin China, als das Leben von Frau Gertrude Wagner- Du, welche ihrem chinesischen Mann1935 nach China folgte um mit ihm seit 1949 in einem kleinen Dorf das harte Leben einerchinesischen Bäuerin zu führen. Sie, die Österreicherin hat während der 56 Jahre, die sie inChina verbracht hat, Beziehung zu Leben und Bräuchen der einfachen Leute bekommenund war daher auch bei der Zusammenstellung der Ausstellung wertvolle Ratgeberin.

Besonders interessant ist es, die Malereien von Bäuerinnen aus dem nordchinesischenDorfe Wangxiacun zu sehen, welche zu verschiedenen Themen als Wegweiser dienen. VonTourismus und Vermarktung unberührt, haben die Frauen neben ihrer schweren Feldarbeitwahre Wunder an anschaulichen Darstellungen ihrer Werk- und Festtage vollbracht.

Die Exponate stehen dazu in einem spannenden Dialog.- Spannend nicht nur für unsÖsterreicher, denen China während der letzten Jahrzehnte auch touristisch erschließbarwurde, sondern auch für die mittlerweilen ebenfalls zahlreich nach Europa, auch nachÖsterreich emigrierten Chinesen. Der, Chinesenwirt" am Eck, der bei Artmann oder