D. MUSIKERFIGUREN
10. Mechanisches Europa- Orchester
Großes Praterbuden- Schau- und Spielwerk in Form eines groteskenOrchesters. Gefaßte Holzfiguren, mechanisch durch Kurbelantrieb vonrückwärts zu bewegen.
Auf einer Bank sitzen nebeneinander und musizieren( von links nachrechts angeführt): Österreicher mit Querpfeife, Franzose mit Kla-rinette, Engländerin mit Geige und Katze, Amerikaner mit Cello.Dahinter stehen: Teufel mit Pan- Flöte und Notenblatt, Hanswurstmit Pritsche, Böhmin mit Männchen im Rückenkorb und Gitarre,Affe, nach Noten singend. In der Mitte sitzend eine Art Wirtsfigurals Dukatenmännchen mit Sammelteller; offenbar als„ DeutscherMichel gedacht. Vor den Musikanten ein aufwartender Pudel, eineVase mit nickendem Uhu, von zwei Drachen flankiert.Inschriftschild:
,, Die beste Capell'n is g'wiss dö da allan,
Es san a dabei d' schönsten G'friesser.Dö Leut hab'n alle an eigenen Schan'.
Und der Michel, am lustigsten is' er."
Nach Betonung des ,, Deutschen Michels" und des Franzosen in Uni-form um 1850, des Österreichers aber als steirischen Gutsherrn mit derSchwegelpfeife, ist an eine Entstehung in Wien worauf die Wort-form„ ,, Schan" für„, Genre" hinweist um die Mitte des 19. Jahr-hunderts zu denken.( Umschlagbild)
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= 135 cm
Inv.-Nr. 41.916
Lit.: Schmidt, Volksmusik. Zeugnisse ländlichen Musizierens. Salzburg1974, Nr. 12.
11.- 19. Zizenhausener Türkische Musik
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Acht geschnitzte, mit Stoff und Gipsmasse staffierte Figürchen, diein der Art der„ Zizenhausener Figuren" von Anton Sohm um 1820gearbeitet sind. Die Musikerkarikaturen verkörpern das abgelebte,nur mehr in kleinen Residenzen vertretene Spätrokoko, worüber sichdie Biedermeierzeit lustig machte.