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4. Schembart„ Ablaßbrief mann"
Schembartläufer in aus gesiegelten Ablaßbriefen zusammengestecktemOberkleid und blauer Kappe. Die Briefaufschriften ergeben zusam-men einen Text. Beschriftung der ganzen Figur:
,, Ich war umbhengt mit Ablaß brieff,also ich mit dem Schempart lieff."Beschriftung der Ablaßbriefe:
,, Die sich haben gegeben
wol in den FaßnachtlebenMan findt von manchen Herrengeschrieben Seltzam gedicht,wer nun solches wißen will,der leß meine Brieff
werd finden vill."
h= 30,5, b= 20,5 cm
Inv.-Nr. 45.890
Lit. Die vier Blätter hängen mit dem ,, Neuen Wiener Schembartbuch" derÖsterreichischen Nationalbibliothek( Ser. nov. 2977) zusammen, dasvielleicht schon 1518 entstanden ist. Vor allem der Ablaßbriefmann( Nr. 4) weist deutlich auf die soeben eingesetzte Reformation hin.Vgl. Karl Anton Nowotny, Das Nürnberger Schembartlaufen. Eineneu aufgefundene Handschrift( in: Masken in Mitteleuropa. Hg. Leo-pold Schmidt, Wien 1955, S. 142 ff.).