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Die Groteske in der Volkskunst : Ausstellung im Praemonstratenserstift Geras ; Katalog
Entstehung
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Wien beschrieb, gehören hierher, nicht zuletzt mit ihren Kaufruf- Figuren 14.Die in den Kaufruf- Kupferstichen festgehaltenen Typen hatten ihrerseitswieder Gegenstücke in Porzellanfiguren, das heißt, es beteiligte sich dievermögliche Oberschicht an diesen Dingen nicht weniger als die andere,vielleicht weniger vermögliche Unterschicht, die als ,, Volk" in seinen vielenGruppen die Staffage für die Helden des historischen Theaters bot. Undneben die Gestalten des ,, Wienerischen Tandelmarktes" drängen sich gewis-sermaßen die Figuren des Jahrmarktes von Plundersweilen", wie Goetheseine literarische Gestaltung dieser Welt der Erscheinungen ein halbes Jahr-hundert nach Johann Valentin Neiner überschrieben hat 15.

Von der Fülle dieser grotesken Volkskunstdarstellungen haben nichtallzu viele im 19. Jahrhundert noch weitergelebt. Etwa Praterbudenfiguren,Gestalten des Spottes über verschiedene Nationen, beispielsweise über ,, Böh-men und, Schlowaken" oder auch, Katzelmacher" im Bereich der altenDonaumonarchie. Mitunter ist damals, wie früher wohl auch schon, derEinfluß graphischer Vorlagen, nun schon richtiger Karikaturen zu merken,Karikaturen, die also hier ins Plastische übersetzt wurden; und zu mancherGestalt, zu mancher Gruppe ließe sich wohl auch ein einstmals aktuellesLied singen, wie es heute nur mehr in den Volksliedarchiven verwahrtwird. Das würde von den Bettlerliedern in den barocken Tiroler Volks-schauspielen bis zu den Böhm- Spottliedern der Wiener Volkssänger im spä-ten 19. Jahrhundert reichen 16.

Das alles aber soll doch besagen, daß mit dieser Auswahl, wie sie 1975im Stift Geras gezeigt wird, einer Auswahl aus einem großen Bestand, wieihn das Österreichische Museum für Volkskunde besitzt, doch einmal einHinweis auf ein sonst weithin übersehenes Thema versucht werden soll.Ein Hinweis, der gerade durch die Gleichzeitigkeit mit der Barock- Gro-tesken- Ausstellung im Stift Altenburg seine besondere Berechtigung habenmag. Der Katalog versucht dabei diese sonst kaum öffentlich gezeigtenStücke ein bißchen aufzuschließen, die wenig bekannte Literatur zur Volks-kunst dazu anzuführen, um die Eingliederung des Teilgebietes in das grö-Bere Ganze zu verdeutlichen.

14 Walter Deutsch, Ein ,, Wienerischer Tändlmarkt" von 1803 und seineVorbilder im Wien des XVII. und XVIII. Jahrhunderts( Jahrbuch des Öster-reichischen Volksliedwerkes, Bd. 14, 1965, S. 30 ff.).

15 Max Herrmann, Der Jahrmarkt zu Plundersweilen. Entstehungs- undBühnengeschichte. Nebst einer kritischen Ausgabe des Spiels und ungedrucktenVersen Goethes sowie Bildern und Notenbeilagen. Berlin 1909.

16 Leopold Schmidt, Die Kunst der Namenlosen. Wiener Volkskunstaus fünf Jahrhunderten. Wien 1968.

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