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Sammlung religiöse Volkskunst mit der alten Klosterapotheke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster : Katalog
Entstehung
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RAUM II

Die Apotheke

Die Offizin befindet sich zu ebener Erde im Westflügel des weitläu-figen Konventtraktes des ehemaligen Ursulinenklosters. Der 4 m breite und7 m lange Raum besitzt ein Tonnengewölbe und erhält durch drei hohe,mit Stichkappen versehene Fensteröffnungen reichlich Licht vom offenenKlosterhof. Der Zugang zur Apotheke erfolgte einst durch einen Vorraum,dessen Türen sich einerseits zum Klosterhof, andrerseits zu dem langenGang, der an der äußeren Westseite des Konventtraktes mehrere Wirt-schaftsräume( Mehlkammer, Bäckerei usw.) miteinander verbunden hatte,hin öffnen. Das Apothekengewölbe ist sparsam mit weißer Stukkatur ver-ziert: Je eine Blattrosette mit Bandwerkumrahmungen umgibt zwei mäch-tige Eisenhaken. Der mittlere Teil der gangseitigen Apothekeninnenwandbildet eine Rundbogennische mit Okulusfenster.

I. Apothekenmöbel

66. Eingebaute Wandregale. Die Möbeleinrichtung der Apothekebietet ein einheitliches Bild und wurde eigens für diesen Raum angefertigt.Die Innenwände und die Pfeiler der Fensterseite sind bis zum Gewölbe-ansatz mit 2,80 m hohen eingebauten Apothekenmöbeln verkleidet. Diewandfesten Regale bestehen aus einem vorspringenden Unterbau( h 95 cm) mit jeweils drei Schubladen und einem zurückspringendenRegalaufsatz, die durch streng geradlinig verlaufende Seitenpilaster und ver-kröpfte Kranzgesimse gegliedert sind. Die Regalaufsätze ihrerseits sind inzwei Reihen kleinerer Arzneiladen und je sechs erst nachträglich ver-glaste Fächer unterteilt. Die ganze Einrichtung ist in Weichholz ge-arbeitet und bemalt: Rahmen, Häupter und Gesimse lichtbraun lasiert( Hartholzimitation); Pilasterfelder und Einfassungsleisten der Arzneiladenweiß; auf den Vorderteilen des Schubladen jeweils drei Inschriftkartuschen( ein ovales Schildchen und zwei gegenständige barocke Blattkartuschen)auf olivgrünem Grund. Die Signaturen der Arzneiladen in schwarzen Ver-salien mit roten Initialen, vgl. alphabetisches Signaturenverzeichnis im An-hang, Gruppe 14( große Schubladen der Untersätze) und Gruppe 15 bis16( mittlere und kleine Schubladen der Regalaufsätze). Die Schubladen inder Regel durch eine eingefügte Trennungswand in zwei Fächer für ver-schiedene Arzneien unterteilt. Wien, 1. Hälfte 18. Jhdt. Inv.-Nr. 62.292Lit. Kl. Beit 1, a. a. O., S. 53, Abb. 48- 50