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Sammlung religiöse Volkskunst mit der alten Klosterapotheke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster : Katalog
Entstehung
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VORWORT

Die Sammlung Religiöse Volkskunst stellt eine Außenstelle des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde dar. Sie konnte errichtet werden, weil sich bei der Erwerbungdes Gebäudes des ehemaligen Ursulinenklosters mitten im Stadtkern von Wien, bei derUmgestaltung dieses mächtigen barocken Komplexes zu einem Studien- und Internats-bau der Akademie für Musik und darstellende Kunst eine kleine Folge von Räume imBereich der ehemaligen Klosterapotheke ergab, die eigentlich nur museal genutzt werdenkonnte. Das Bundesministerium für Unterricht hat nach der Erwerbung des alten Kloster-gebäudes das Museum mit der Betreuung der unter Denkmalschutz gestellten Apothekebeauftragt, die Museumsleitung hat dann die Ausgestaltung dieser kleinen Raumfolgezu einer derartigen Abteilung vorgeschlagen. Das Einverständnis des Bundesministeriumsfür Unterricht, insbesondere die Unterstützung durch das Musealreferat der Kunstsektiondes Ministeriums, ferner das große Verständnis des Bundesministeriums für Bautenund Technik und die tatkräftige Förderung des Planes durch die diesem Ministeriumunterstellte Bundesgebäudeverwaltung II haben die Museumsdirektion in die Lage versetzt,nach Beendigung der notwendigen Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten die Auf-stellung sowohl der alten Apotheken- Einrichtung wie der Sammlung selbst durchzu-führen.

Die Apotheken- Einrichtung wurde bei ihrer Erwerbung dem Museum überantwor-tet, sie gehört daher ebenso dem Inventar des Museums an wie alle anderen Objekte derSammlung. Außer der Apothekeneinrichtung wurden also alle ausgestellten Objekte demBestand des Museums entnommen. Sie sind in ungefähr siebzig Jahren, also seit derGründung des Museums zusammengetragen worden, entstammen dem weiten Bereichder ganzen alten Donaumonarchie, im wesentlichen freilich den Ländern des heutigenÖsterreich. So gut wie alle Objekte konnten den deponierten Beständen entnommenwerden, so daß die Sammlung unter anderem auch zeigt, welche Fülle von Objektenvon wissenschaftlicher Bedeutung vom Museum nur verwaltet, nicht aber auch gezeigtwerden können. Das Hauptgewicht liegt dabei auf den Objekten volksbarocker Art, denvielen Devotionalkopien von einstmals sehr verehrten Gnadenbildern, wie sie zeitstil-gemäß ungefähr zu dem Kloster und seiner Apotheke passen. Die Apotheke selbst istin allen ihren Teilen restauriert worden. Besonderer Wert wurde auf die drei einstmalsin dem Raum befindlichen barocken Bilder gelegt, von denen der Christus als Apo-theker" eine wirkliche Bereicherung unserer Anschauung von Zusammentreten himm-lischer und irdischer Hilfe in den Nöten der Menschen darstellt. Die alte Einrichtungder Apotheke wird ebenso vollständig gezeigt wie das alte Gefäßinventar. Von denebenfalls vorhandenen nur zum Teil alten Geräten kann dagegen nichts zur Schaugestellt werden. Wie bei der gesamten Sammlung mußte darauf Bedacht genommenwerden, daß die Objekte einer in einer Großstadt untergebrachten Sammlung starkgefährdet sind. Beschädigung und Diebstahl von Museumsobjekten sind verhältnismäßighäufig geworden. Es mußte daher getrachtet werden, bis auf größere Bilder womöglichalle Objekte in geschlossenen Behältern zu verwahren. Für die anderen Sammlungs-objekte ergaben sich dafür die von der Bundesgebäudeverwaltung ausgeführten bzw.angeschafften Vitrinen; die Apothekengefäße, die ursprünglich frei in den Regalen stan-

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