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Sammlung religiöse Volkskunst mit der alten Klosterapotheke im ehemaligen Wiener Ursulinenkloster : Katalog
Entstehung
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ten und an einer Universität geprüften Pharmazeuten vorbehalten blieb, wurden baldmanche dieser Apotheken in den Ort verlegt und bürgerlichen Apothekern übergeben,wie beispielsweise in Lilienfeld, doch führten einzelne Stifte, wie Göttweig oder Zwettl,auch im 19. Jahrhundert noch lange ihre Apotheken unter der Leitung eines dafüreigens eingestellten weltlichen Provisors selbst weiter.

Von den jüngeren Orden betätigten sich notwendigerweise vor allem jene auf demGebiet der Pharmazie, die ihre Aufgabe in der Krankenpflege erblickten. Das gilt inWien besonders für die im Jahr 1614 hierher berufenen Barmherzigen Brüder, derenApotheke wie in den meisten anderen Niederlassungen des Ordens bald das Offent-lichkeitsrecht erhielt. Ein Teil ihrer Einrichtung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts istmit wertvollen Möbeln und Deckenfresken noch in einem Nebenraum der heutigen Apo-theke vorhanden und jetzt auch von der Straße her durch die Fenster gut sichtbar.Dagegen waren die Apotheken der Elisabethinen stets auf die Versorgung des eigenenKrankenhauses beschränkt, nach außen durften sie höchstens an Arme Arzneien unent-geltlich abgeben. Unter den österreichischen Elisabethinenspitälern ist die Apotheke aufder Landstraße in Wien am besten erhalten. In zwei Räumen besitzt sie mit unveränder-ter Schönheit die gesamte Einrichtung der Barockzeit und beliefert dabei heute noch dasKrankenhaus mit allen Medikamenten nach dem gegenwärtigen Stand der pharmazeu-tischen Wissenschaften.

Die Hausapotheken der Ursulinen waren bescheidener ausgestattet, da sie nur dasKloster selbst und damit freilich auch eine große Zahl von Schülerinnen versorgenmußten. Sie hatten vor allem Hausmittel zu verwalten, unter der Aufsicht der jewei-ligen Hausärzte aber auch stärker wirkende Arzneien zu bereiten. Darin entsprechen siez. T. den Hausapotheken, wie sie seit dem 16. Jahrhundert in manchen Schlössernunter der Leitung der adeligen Hausfrau eingerichtet waren, wofür die einstige Apo-theke des Schlosses Weinberg bei Kefermarkt heute im Oberösterreichischen Landes-museum im Linzer Schloß noch als Beispiel erhalten ist. Doch blieben die Ursulinen-apotheken länger in Betrieb. So wurden etwa um das Jahr 1815 in Salzburg die Apo-theken bei den Ursulinen und im Stift Nonnberg genauso streng und regelmäßig vonden Amtsärzten visitiert wie die öffentlichen Apotheken in der Stadt. Erst in den letz-ten Jahrzehnten verloren diese Hausapotheken ihre Bedeutung, als es allgemein üblichwurde, auch bei leichteren Erkrankungen die Arzneispezialitäten der pharmazeutischenIndustrie zu gebrauchen. Sie wurden immer weniger benutzt, dann stillgelegt, zuletztaufgelöst und ihre Einrichtung verstreut, wenn das Kloster ein neues Heim am Stadt-rand erhielt, wie das vor etlichen Jahren in Salzburg geschehen ist. Die anfangs derfünfziger Jahre noch vollständig eingerichtete Apotheke der Klagenfurter Ursulinenwar bald danach verschwunden. Sie erwies sich erst unlängst als jene süddeutscheKlosterapotheke unbekannter Herkunft", die das Deutsche Apothekenmuseum im Jahr1956 knapp vor seiner Wiedereröffnung im Heidelberger Schloß aus dem Kunsthandelerworben hat.

Unter diesen Umständen ist es besonders zu begrüßen, daß die Hausapotheke desWiener Ursulinenklosters an Ort und Stelle erhalten werden konnte.

Das Kernstück jedes Apothekenbetriebes ist zu allen Zeiten der Raum für die Her-stellung und Abgabe der Arzneien, die sogenannte Offizin, mit dem Rezepturtisch inder Mitte, auf dem die Apothekerwaage steht und oft auch ein Gestell zum Aufhängender Handwaagen und mancher Kleingeräte, die für die Rezepturarbeiten nötig sind.In den Schubladen des Tisches selbst oder in seiner unmittelbaren Nähe sind Tücher,Löffel, Spatel, Mensuren, Reibschalen und andere Geräte sowie ein Vorrat an Medizin-flaschen, Tiegeln und Schachteln verschiedener Größe untergebracht. An den Wändender Offizin stehen die Arzneischränke, im unteren Teil mit Schubladen unterschiedlicher

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