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FamilienFOTOfamilie : Begleitbuch zur Jahresausstellung 2000 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee vom 16. April bis 5. November 2000
Entstehung
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Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, daß es Mitte der 60er Jahredes 19. Jahrhunderts in manchen Fotoateliers auch schon die erstenVergrößerungsapparate gab, die sogenannten Solarvergrößerer,welche mit Sonnenlicht arbeiteten.6 Die Belichtungsdauer betrugallerdings mindestens eine halbe Stunde, und es entstand ein flaues,meist unscharfes Bild. Solche Vergrößerungen waren wohl wegender technischen Unzulänglichkeiten das Ausgangsmaterial für einemeist kräftige Übermalung. Erst im 20. Jahrhundert gehörte aufgrundder gesteigerten Lichtempfindlichkeit der Entwicklungspapiere undder Verbesserung der künstlichen Belichtungstechnik bis hin zurPerfektionierung der Fotoglühlampen in den 20er Jahren das Ver-größern zum fotografischen Alltag.7

Das Auskopieren hatte auch Auswirkungen auf die Bildsilberstrukturund diese wiederum auf den Farbton der Fotografie: Je kleiner dieBildsilberteilchen, umso bräunlicher erscheinen sie dem Auge. Aus-kopierpapiere des 19. Jahrhunderts besitzen feinste Bildsilberteil-chen und erzeugen einen rotbraunen Ton. Aus Gründen der Ästhetikund der Haltbarkeit wurden diese Auskopierbilder im Anschluß andas Fixieren goldgetont, was den Fotografien kühlere, violettstichigeBrauntöne verlieh. Dieser Purpurbraunton, der an manchen guterhal-tenen Fotografien noch zu erkennen ist, war der typische Farbton derFotografien im 19. Jahrhundert. Die modernen, chemisch entwickel-ten Fotos hingegen weisen ein sehr viel größeres Korn auf, welchesdem fotografischen Bild einen neutralschwarzen Ton verleiht.8Wenden wir uns nach diesen grundlegenden Erklärungen nun denFotopapieren zu: Die am weitesten verbreiteten Fotopapiere des 19.Jahrhunderts waren die Albuminpapiere( 1850-1920). Hier wurdendie Fotopapiere erstmals mit einer Emulsion versehen. Die Bildsilber-teilchen saßen nicht auf der Papieroberfläche zwischen den Fasern,sondern waren eingebettet in einer Bindemittelschicht, was diesenFotografien im Vergleich zu den früheren Kalotypien eine höhereBrillianz und Schärfe verlieh, da die Bildteilchen nicht mehr in diePapierfasern absackten. Als Bindemittelschicht wurde Albumin( Hüh-nereiweiẞ) verwendet. Diese Papiere wurden erstmals auch fabriks-mäßig hergestellt und konnten sich bis ins 20. Jahrhundert halten.9

6 Martin, Anton: Handbuch der gesammten Photographie mit besonderer Berücksich-tigung ihres Verhältnisses zur Wissenschaft, zur Kunst und zum Gesetz. SechsteAuflage, Verlag von Carl Gerold's Sohn, Wien 1865, S. 337-368.

7 Ostroff, Eugene: Photographic Enlarging: A History. In: Photographic Science andEngineering. Vol. 28, Nr. 2, 1984, S. 54-59.

8 Reilly, James M: Care and Identification of 19th Century Photographic Prints.Eastman Kodak Company, Rochester 1986, S. 18.

9 Reilly, James M.: The Albumen and Salted Paper Book. The History and Practice

of Photographic Printing 1840-1895. Light Impressions Corporation, Rochester1980, S. 28-34.

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