Die technologische Entwicklung der Fotografie
Andreas Gruber
Seit den Anfängen der Fotografie um 1840 war die Abbildung vonPersonen ein zentrales Thema. Der jeweilige Stand der Fototechnik hatdabei nicht unwesentlich zur Art und Weise der Darstellung und Präsen-tationsform der( Familien-) Fotografien beigetragen. Deshalb sei hier einÜberblick über die technologische Entwicklung der Fotografie hinsicht-lich Techniken, Präsentationsformen und Kameras gegeben.
1. Frühzeit( 1839-1860)
Die fotografischen Verfahren der Frühzeit
Die ersten 25 Jahre war die Zeit der Kameraoriginale. So werdenFotografien bezeichnet, welche nicht im heute üblichen Negativ/ Po-sitiv- Prozeß, sondern direkt in der Kamera als Positiv entstandensind. Durch das Fehlen von Negativen konnten die Aufnahmen nichtbeliebig reproduziert werden. Deshalb stellen diese Fotografien wert-volle Unikate dar.
Daguerreotypie 1839-1855
Der erste, der das Puzzle aus Kamera, Optik, lichtempfindlichenMaterialien und Fixierung zu einem praktikablen fotografischen Pro-zeẞ zusammenfügen konnte, war der französische PanoramamalerLouis Jacques Mandé Daguerre. Das nach ihm benannte fotografi-sche Verfahren, die Daguerreotypie, wurde 1839 in der PariserAkademie der Wissenschaften vorgestellt. Mit Begeisterung undzugleich Abneigung wurden diese, Malereien der Sonne' angenom-men, vom Ende der Malerei war die Rede. Tatsächlich stellte diesesVerfahren eine ernsthafte Konkurrenz für die bis dahin weitverbreitetePortraitminiaturmalerei dar.
Bei der Daguerreotypie handelt es sich um eine hochglanzpolierteversilberte Kupferplatte, auf der die weißlichen Bildteilchen( Silber-amalgam) sitzen. Wenn bei der Betrachtung die spiegelartige Ober-fläche einen dunklen Körper reflektiert, wird das Bild als Positivsichtbar( Abb. 1). Der Herstellungsprozeß war sehr aufwendig undteuer, sodaß er in der Regel nur von Personen ausgeführt wurde, diesich das Fotografieren zum Beruf gemacht hatten.
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