NORDALBANIEN IN DER ZWEITEN HÄLFTE DES
18. JAHRHUNDERTS.
Das Paşalık Shkodër unter der Herrschaft der Familie Bushatlli
Von Markus Köhbach
Durch den Tod Gjergj Kastrioti Skënderbeus am 17. Jänner 1468in Lezhë verlor der albanische Widerstand gegen die osmanischeOkkupation seinen tatkräftigen Führer. Trotz der hartnäckigen, überJahrzehnte währenden Anstrengungen der Sultane Murads II. undMehmeds II. war es dem militärischen Genie Skënderbeus gelungen,unter Ausnützung der geographischen Gegebenheiten des Landesmit zahlenmäßig unterlegenen Kräften sich gegen starke osmanischeInvasionsheere erfolgreich zu behaupten und im Zusammenwirkenmit den Venezianern den endgültigen Zugriff der Osmanen aufMittel- und Nordalbanien zu vereiteln. Nach Skënderbeus Todfehlte eine Persönlichkeit, die durch ihr persönliches Charisma undihre militärischen Talente eine ähnlich integrative Funktion im anti-osmanischen Widerstand ausüben hätte können. Zwar versuchteneinzelne albanische Feudalherren und die Venezianer ihre Positionenzu behaupten, aber den Anstrengungen der Osmanen gelang esschließlich, 1478 und 1479 die wichtigsten festen Plätze und Städteeinzunehmen. Venedig mußte die osmanischen Eroberungen vertrag-lich anerkennen, und die Osmanen organisierten das eroberte Ge-
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