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Albanien-Symposion 1984 : Referate der Tagung: "Albanien. Mit besonderer Berücksichtigung der Volkskunde, Geschichte und Sozialgeschichte" am 22. und 23. November 1984 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee
(Burgenland)
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BIBLIOGRAPHISCHER ÜBERBLICK ÜBER FORSCHUNG

UND STUDIUM DER ALBANISCHEN VOLKSKULTUR

Von Ali Dhrimo

Trotz der von der Vergangenheit, von den volksfeindlichen Regi-men übernommenen Rückständigkeit haben die albanische Folklo-ristik und Ethnographie eine sehr alte und reiche Geschichte auf-zuweisen. Das Leben, die Geschichte und die Kultur des albanischenVolkes haben durch ihre eigenartigen Merkmale bereits im Alter-tum die Aufmerksamkeit bedeutender Persönlichkeiten, ausländischerForscher, verschiedener byzantinischer Autoren, mittelalterlicherChronisten und Reisenden wie auch seiner Söhne selbst auf sichgelenkt.

Eben diese Merkmale finden ihre Widerspiegelung in den beidenbereits in den Jahren 1504 und 1510 herausgegebenen Werke des be-kannten albanischen Humanisten Marin Barletius:" Die Belagerungvon Shkodra" und" Geschichte Skanderbegs". Diese Werke, die in derzeitgenössischen Sprache, in Lateinisch, mit einem tiefen Gefühlder Heimatliebe und auf einem hohen kulturellen Niveau verfaßtwaren, fanden auch eine starke weltweite Resonanz. Sie sind vollvon Beschreibungen von Sitten und Bräuchen, Liedern, Tänzen undSpielen des Volkes zu Siegesfeiern, von Kodizes und weiteren An-gaben über das geistige Leben des albanischen Volkes, über volks-tümliche Legenden und den Volksglauben. Durch diese Werke lei-

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