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Albanien-Symposion 1984 : Referate der Tagung: "Albanien. Mit besonderer Berücksichtigung der Volkskunde, Geschichte und Sozialgeschichte" am 22. und 23. November 1984 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee
(Burgenland)
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VOSKOPOJA UND WIEN. ÖSTERREICHISCH- ALBANISCHE

BEZIEHUNGEN UM 1800

Von Max Demeter Peyfuss

Wer heute das etwa 25 km westlich von Korça in fast 1200 mSeehöhe gelegene Dorf Voskopoja( Voskopojë)( 1) besuchen will,tut gut daran, dies in der schöneren Jahreszeit zu versuchen; an-dernfalls könnte ihn das schlechte Wetter an diesem Ausflug hin-dern, wie es mir im Dezember 1983 erging, als der Schnee inKorça 40 cm hoch lag und die Straße nach Voskopoja unpassier-bar war. Man wundert sich, wie ein so schwer zugänglicher Ortim 17. und 18. Jh. ein internationales Handelszentrum sein konnte.Das heute ein paar hundert Einwohner zählende Dorf am wasser-reichen Fuß des Opari- Gebirges( auch Costi- al- Manduca genannt)galt im 18. Jh. nicht nur als" urbs amplissima" in der europäischenTürkei so eine zeitgenössische ungarische Quelle( 2) sondernauch als ᾿Αθήνα τῆς τουρκοκρατίας als" Athen der Tür-kenzeit"( 3), da es hier angeblich an die 60.000 Einwohner( so derfranzösische Konsul am Hof von Tepedelenli Ali Paşa in Yanya,Iōannina)( 4), eine berühmte höhere Schule, die sogenannte Νέα' Аиаônμíа( 5), und zeitweise sogar eine griechische Druckereigab( 6).

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Schon vor 200 Jahren erfuhr die gelehrte Welt durch den in

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