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Albanien-Symposion 1984 : Referate der Tagung: "Albanien. Mit besonderer Berücksichtigung der Volkskunde, Geschichte und Sozialgeschichte" am 22. und 23. November 1984 im Ethnographischen Museum Schloß Kittsee
(Burgenland)
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ÖSTERREICHS DIPLOMATEN IN DER TÜRKEI.

Ihre Verdienste zur Erweckung und Förderung landeskundlicherForschungen in Albanien.

Von Robert Schwanke

Diplomaten vertreten nicht bloß ihren Staat im Ausland, sondernhaben vielmehr die Aufgabe, die Zentrale über alles zu unterrich-ten, was sich an dem Ort ihrer Wirksamkeit zuträgt. Wie sie da-von Kenntnis erlangen und in welcher Weise sie dies darstellen,bleibt ihnen überlassen. Am schwierigsten ist jedenfalls für sie,die Sitten und Gebräuche des fremden Landes zu erfassen undrichtig darzustellen, zumal wenn diese von denen ihrer Heimat be-sonders stark abweichen.

Das Habsburgerreich hatte diplomatische Beziehungen mit derTürkei erst ab Beginn des 16. Jahrhunderts, als die Türkenkriegeein ständiges Organ zu Kontaktvermittlung nötig machten.

Die österreichischen Diplomaten mit dem Internuntius an derSpitze-,die bei der Pforte österreichische Interessen vertraten, be-saßen eine gewissenhafte Ausbildung( 1). Konsularische Vertre-tungen waren in der Türkei erst nach dem Frieden von Passarovitz( 1718)( 2) möglich. Eine wirksame Tätigkeit entfalteten die Kon-sulate jedoch erst nach dem Jahre 1850.

So sind auch die Kontakte mit den Balkanchristen in frühererZeit rasch aufgezählt. Angefangen von dem Bischof von Ohrid

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