Vorwort
Das Jahr 1984 stand im Ethnographischen Museum Schloß Kitt-see, welches im Verband mit dem Österreichischen Museum für Volks-kunde tätig ist, im Zeichen Albaniens( 1). Die dauernden Bemühungen,die aus Wien nach Kittsee überantworteten und dort gemeinsam be-treuten historischen Sammlungen zur Volkskunde der ost- und südost-europäischen Länder neu zu bearbeiten und darüber hinaus wieder inden wissenschaftlichen Kreislauf der betreffenden nationalen Ethno-graphien im besonderen und der europäischen Ethnologie im allge-meinen einzubeziehen, waren im Falle der albanischen Kollektion indiesem Jahr von besonderem Erfolg begleitet.
Der Bestand zur Volkskunde Albaniens des Österreichischen Muse-ums für Volkskunde nimmt unter den südosteuropäischen Vergleichs-sammlungen insofern eine Sonderstellung ein, als sie wissenschaftsge-schichtlich gesehen die Grundlage für eine eigenständige österrei-chische volkskundliche Albanologie war( 2). Unter diesem Gesichts-punkt erschien es sinnvoll, den Versuch einer neuerlichen Darstel-lung der Albaniensammlung des Österreichischen Museums für Volks-kunde in Form einer Sonderausstellung im Zusammenwirken mit derheutigen albanischen Volkskunde zu unternehmen. Nicht zuletzt daslebhafte Interesse der Botschaft der Sozialistischen VolksrepublikAlbanien in Wien unter der Leitung des Herrn Botschafters IdrizBardhi und ihres Kulturattachés Simon Vogli an einer Intensivierungkultureller Beziehungen zwischen Albanien und Österreich machte esmöglich, daß bereits im Jahr 1984 aus Anlaß des vierzigjährigen Be-stehens der SVR Albanien eine ihrem Umfang und ihrer fachlichenQualität nach bisher einzigartige Ausstellung" Albanische Volkskul-tur" nach Österreich gelangen konnte( 3). Den Abschluß dieserAusstellung bildete das Symposion mit dem Thema" Albanienbesonderer Berücksichtigung seiner Volkskunde, Geschichte undSozialgeschichte" am 22. und 23. November 1984 im EthnographischenMuseum Schloß Kittsee( 4), dessen Referate in diesem Band zumAbdruck gelangen.
mit
Dieses Symposion erbrachte von österreichischer Seite zunächsteine Bestandsaufnahme der bisherigen Ansätze und Leistungen derösterreichischen Volkskunde auf dem Feld der Ethnographie Albaniens( Felix Schneeweis, Robert Schwanke). Daran anschließend vermochtendie Beiträge des Direktors und der wissenschaftlichen Mitarbeiter desInstituts für Volkskultur der Akademie der Wissenschaften der SVRAlbanien( Alfred Uçi, Ali Dhrimo, Pirro Thomo) den gegenwärtigenStand der albanischen Volkskunde aufzuzeigen. Es ergaben sich dar-aus Übersichten, wie sie der deutschsprachigen Volkskunde bisher
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